CDU-Landeschef stolpert über Affäre mit 16-Jähriger
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Wegen einer privaten Affäre wird Christian von Boetticher nicht Spitzenkandidat der CDU in Schleswig-Holstein. Ausserdem legte der 40-Jährige am Sonntagabend nach einer Krisensitzung in Kiel auch den Landesvorsitz nieder.
Der Christdemokrat war nach Berichten über die Beziehung im Frühjahr 2010 zu einer damals 16-Jährigen in den vergangenen Tagen massiv unter Druck geraten. Für die Union kommt die Affäre neun Monate vor der Landtagswahl im Mai 2012 zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Erst Anfang Mai hatte ein Parteitag Boetticher als Spitzenkandidat vornominiert. Offiziell sollte er Anfang November auf Listenplatz eins gewählt werden.
Lange Zeit Carstensens Kronprinz
Boetticher galt lange Zeit als Kronprinz von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. Im September 2010 hatte er bereits Carstensens Nachfolge als Parteichef angetreten. Am Samstag war sein langjähriger Förderer aber auf Distanz zu seinem politischen Ziehsohn gegangen.
Boetticher war aber bereits vor der Affäre um die Liebesbeziehung zu einer Minderjährigen in Teilen der Nord-CDU umstritten. Kritiker werfen ihm mangelnde Kommunikation und Führungsschwäche vor. Zudem sorgten Postings von ihm im sozialen Netzwerk Facebook für Irritationen.
«Wenn man gradlinig sein will, hat man Ecken und Kanten», sagt Boetticher. Er beschreibt sich selbst als «ausgeglichen, interessiert, bodenständig». In seiner Freizeit geht der Sylt-Fan laufen und spielt Klavier. Zwar im niedersächsischen Hannover geboren, verbrachte der Christdemokrat aber den Grossteil seiner Kindheit und Jugend in Appen (Kreis Pinneberg) nordwestlich von Hamburg.
Rasanter Aufstieg in der Union
Bereits mit 15 Jahren war Boetticher Mitglied in der Schülerunion. Mit 18 trat er der CDU bei und stieg über Orts- und Kreis- bis in den Landesvorstand auf. «Wir sind gut miteinander befreundet», sagte Carstensen einst über ihn. Der Nordfriese holte den damaligen Europaabgeordneten 2005 nach Kiel und machte ihn in der grossen Koaltion zum Landwirtschaftsminister. Seit der Landtagswahl 2009 ist der an Heiligabend geborene Boetticher Fraktionschef.
Der blonde Hüne Boetticher studierte in Kiel und Hamburg Jura. In der Hansestadt promovierte er 2001 in Verfassungsrecht. Thema seiner Doktorarbeit: «Parlamentsverwaltung und parlamentarische Kontrolle». Seit 2002 ist er als Rechtsanwalt zugelassen und gehört einer Pinneberger Sozietät an.
Boetticher ist seit 2002 Ehrenritter im Johanniter-Orden und Mitglied der schlagenden Studentenverbindung Slesvico-Holsatia in Kiel. (rub/dapd)
Erstellt: 14.08.2011, 23:35 Uhr
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