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Castor-Gegner räumen Blockade

Aktualisiert am 28.11.2011 17 Kommentare

Stundenlang hatten sich vier Atomkraftgegner an eine Bettonpyramide gekettet, um den Castor-Zug zu stoppen. Schliesslich haben sie aufgegeben. Zusammenstösse haben bislang 200 Verletzte gefordert.

1/14 Trotz heftiger Proteste erreichte der Transport sein Ziel in Gorleben: Polizei setzten Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. (28. November 2011)
Bild: AFP

   

Hunderte gegen den Castor-Transport: Stundenlange Blockade am 27. November 2011. (Video Reuters)

In Niedersachsen sind die Bahngeleise noch immer von Atomkraftgegnern blockiert. (Video: Reuters)

Kritik an der Polizei

Grünen-Chefin Claudia Roth hat den Polizeieinsatz bei den Anti-Castor-Protesten im Wendland als überzogen kritisiert. Es sei nicht akzeptabel, «dass der Staat sein Visier runterklappt» und die Menschen mit Wasserwerfern und Schlagstöcken traktiere, sagte Roth auf dem Bundesparteitag der Grünen in Kiel. Die Demonstrationen gegen den Atommüll-Transport seien legitim und «Ausdruck des zivilen Ungehorsams». Die Atomkraftgegner liessen sich ihr Demonstrationsrecht nicht nehmen.

Die Polizei war am Samstag mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen Kernkraftgegner beim «Schottern» an der Castor-Bahnstrecke vorgegangen. Auch Wasserwerfer kamen zum Einsatz. (dapd)

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Aktivisten der «Bäuerlichen Notgemeinschaft» lösten am Sonntagabend den Mechanismus, mit dem sie seit dem Morgen in einer Pyramide aus Beton auf dem Gleisen in Hitzacker festgesteckt hatten. Gegen 23.15 Uhr wurde auch der letzte Blockierer in einen Krankenwagen gebracht, wie dapd-Reporter vor Ort berichteten. Alle vier hatten in einer komplizierten Stahlverstrebung im Innern der Pyramide festgesteckt und unter anderem gefordert, der Zug solle «zurückfahren».

Der Castor-Zug hatte am frühen Abend etwa neun Kilometer vor der Blockadestelle im Bahnhof Dahlenburg eine Pause eingelegt und war gegen 20.00 Uhr langsam in Richtung Hitzacker weitergefahren.

19-stündige Blockade in Maschen

Der Castor-Transport hatte sich zuvor am Sonntag gegen 13.00 Uhr nach einem knapp 19-stündigen Halt im Rangierbahnhof Maschen südlich von Hamburg wieder in Bewegung gesetzt. Der Zug fuhr dann weiter Richtung Dannenberg, wo die elf Behälter mit hoch radioaktiver Ladung für die letzten Kilometer auf der Strasse auf Tieflader umgeladen werden müssen. Die Polizei war unterdessen weiter damit beschäftigt, an mindestens zwei Stellen Aktivisten von den Gleisen zu lösen, die sich festgekettet hatten.

Mehr als 200 Verletzte

Bei den Protesten gegen den Castor-Transport sind bis Sonntagabend mehr als 200 Verletzte gemeldet worden. Bei etwa 160 Demonstranten handle es sich um Folgen der Schlagstock- und Reizgaseinsätze der Polizei, sagte eine Sprecherin der Rettungszentrale der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz in Dannenberg auf dapd-Anfrage. Mindestens drei Demonstranten wurden demnach schwer verletzt.

Die Polizei vermeldete 51 verletzte Einsatzkräfte, mehrere von ihnen seien dienstunfähig. Zudem seien 16 Polizeiwagen beschädigt worden. Mehrere Personen wurden festgenommen. Auch zwei Sanitäter erlitten den Angaben der Rettungszentrale zufolge Verletzungen. (kpn/dapd)

Erstellt: 28.11.2011, 00:19 Uhr

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17 Kommentare

Arnold Ganz

27.11.2011, 11:20 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Nachdem jetzt ja der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen ist, finde ich diese Blockade unverantwortlich. Will man wirklich riskieren, dass noch einer dieser Castoren mit Sprengstoff attackiert wird? Antworten


colombo brigitta

27.11.2011, 11:40 Uhr
Melden 16 Empfehlung

es ist schon pervers, dass die polizei auf menschen mit «scharfem» geschütz losgeht, um etwas zu «schützen» oder zu «verteidigen», was der ganzen menschheit nur schaden zufügt. zuletzt ja ihnen selbst. atomstrom gehört SOFORT verboten und dann muss halt der strom wie nach dem krieg wieder rationiert werden. dann ist aus die maus mit computer zum freizeitvergnügen und in jedem zimmer einen TV! Antworten



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