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Der Marsch lettischer SS-Veteranen

Lettische Kriegsveteranen, die an der Seite der Nazis gegen die Sowjetunion gekämpft haben, sehen sich als Unabhängigkeitskämpfer des baltischen Staates. Russland betrachtet deren Parade als Affront.

1/7 Ein umstrittener Marsch: Letten auf dem Weg in Richtung Freiheitsmonument, um die verstorbenen Soldaten der Waffen-SS zu ehren.
Bild: Keystone

   

Unter einem starken Sicherheitsaufgebot sind in der lettischen Hauptstadt Riga am Dienstag rund 1000 Veteranen aufmarschiert, die während des Zweiten Weltkriegs an der Seite der Nationalsozialisten gekämpft haben.

Dutzende Gegendemonstranten protestierten gegen den Zug durch die Altstadt. Sie forderten auf Plakaten den Stopp des Marsches und erinnerten an die Gräueltaten der Nationalsozialisten im besetzten Lettland. Es blieb zunächst friedlich. Ein Gericht hatte den Aufmarsch und eine Gegendemonstration am Montag genehmigt.

Am 16. März 1944 hatte die lettische Legion der Waffen-SS am Welikaja-Fluss gegen die sowjetische Armee gekämpft. 1998 erklärte das lettische Parlament den 16. März zum Gedenktag, zwei Jahre später strich der Gesetzgeber den Gedenktag wieder.

Eine grosse Kontroverse

Für viele Veteranen ist das Datum weiterhin ein informeller Feiertag. Letztes Jahr war der Marsch verboten worden. Moskau und die russische Minderheit in Lettland betrachten die Parade als Affront und werfen den Veteranen vor, Nazi-Deutschland zu glorifizieren. Die Veteranen und ihre Anhänger erklären dagegen, sie seien keine Nazis. Die Legion habe für Lettlands Befreiung gekämpft. (jak/sda)

Erstellt: 16.03.2010, 17:16 Uhr

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