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Der Stierkampf in der Krise
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Horden von Männern rennen durch die Gassen und werden von donnernden Stieren verfolgt. Gelegentlich endet die Suche nach dem Nervenkitzel blutig, und ein Mensch wird von einem Stier aufgespiesst. Das alljährliche Stierrennen im spanischen Pamplona hat Tradition und ist dank US-Autor Ernest Hemingway international bekannt. Doch in diesem Jahr wird das Fest, das alljährlich vom 6. bis zum 14. Juli stattfindet, von einem geplanten regionalen Stierkampf-Verbot und den Sparkursen der örtlichen Regierungen überschattet.
Landesweit ist die Zahl der Stierkämpfe in den vergangenen Jahren gesunken. Gab es 2008 noch 1'000 Kämpfe, werden es in diesem Jahr nur noch etwa 800 sein. Grund dafür sind geringere Steuereinnahmen, die örtliche Regierungen dazu veranlassen, die Subventionen für Stierkämpfe in Kleinstädten zu kürzen. Stattdessen müssen die Stadträte Geld in Schulen, soziale Programme und Strassenausbesserungen investieren.
Doch nicht nur die geringere finanzielle Unterstützung setzt dem traditionellen Stierkampf zu, auch die Gesetzgebung könnte ein Ende grosser Stierkampf-Feste herbeiführen. In der nordöstlichen Region Katalonien, wo zehn Prozent der insgesamt 46 Millionen Spanier wohnen, will das Parlament Mitte diesen Monats über ein Stierkampf-Verbot abstimmen. Sollte es zu dem Verbot kommen, würde in Barcelona die letzte noch übrig gebliebene Stierkampfarena Kataloniens geschlossen.
Tierschützer hoffen auf Nachahmer-Effekt
Tierschützer hoffen, dass im Falle eines Stierkampf-Verbots in Katalonien auch andere spanische Regionen nachziehen würden. «Es wäre ein grosser Schritt nach vorn, wenn Katalonien Spanien und dem Rest der Welt vermittelt, dass die Region gegen die Quälerei von Tieren ist», sagt Mimi Bekhechi, eine Sprecherin der Tierrechtsorganisation Peta.
Befürworter des Stierkampfs verweisen hingegen auf die langjährige Tradition dieses Sports in Spanien. Sie räumen jedoch ein, dass aufgrund der hohen Staatsverschuldung, einer damit verbundenen Arbeitslosenquote von derzeit 20 Prozent und den Ausgabenkürzungen die Zahl der Stierkämpfe in Kleinstädten in den nächsten Jahren abnehmen könnte.
Vor zwei Jahren habe er 27 oder 28 Stierkämpfe in Dörfern mit 2.000 bis 5.000 Einwohnern ausgerichtet, sagt Stierkampf-Veranstalter Luis Miguel Ballesteros. In diesem Jahr werde es mangels Subventionen nur neun oder zehn Veranstaltungen geben. Ein Stierkampf kostet laut Ballesteros zwischen 80.000 und 100.000 Euro.
Weniger Touristen
Hemingway widmete dem Stierrennen in Pamplona einen ganzen Roman, «Fiesta» aus dem Jahr 1926. Darin beschrieb er, wie amerikanische und britische Touristen das Festival in Nordspanien ausgiebig zelebrieren, während die Emotionen der Protagonisten hochkochen. Mehr als 80 Jahre später könnte die Stimmung beim diesjährigen Festival gedämpft sein.
«Du kannst noch immer ein hochwertiges Hotelzimmer für um die 100 Euro finden, sogar die Hotels der oberen Klasse haben noch freie Zimmer», berichtete Nacho Calvo von der Restaurant- und Hotelgesellschaft der Region Navarra nur wenige Tage vor dem Stierrennen. Dies wäre noch vor vier Jahren undenkbar gewesen.
Einige Fans hoffen allerdings, dass die finanziellen Probleme neben allen Nachteilen auch einen Vorteil mit sich bringen: hochwertigere Stierkämpfe. Als vor Jahren noch viel Geld in den Stierkampf investiert worden sei, habe es «halbleere Arenen und Kämpfe mit jedem Tier gegeben, dass vier Beine und zwei Hörner hatte», schrieb José Carlos Arevalo, Herausgeber der spanischen Stierkampf-Zeitschrift «6 Toros 6». Mittlerweile gebe es zwar weniger Kämpfe, dafür mehr mit Starbesetzung. Aufgrund der wirtschaftlichen Krise seien «die Männer der Stierkampfwelt zur Vernunft gekommen», erklärte Arevalo. (jak/dapd)
Erstellt: 06.07.2010, 21:22 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



