Ausland

Der neue Visa-Kodex im Schengenraum

Aktualisiert am 30.03.2010

Für Gesprächsstoff sorgte der nach Ostern geltende Visa-Kodex vorab wegen des Streits zwischen der Schweiz und Libyen. Dabei entstand er unabhängig davon und aus ganz anderen Gründen.

Das neue Schengen-Gesetz bringt ein paar Neuerungen: Kontrollgang am Flughafen Genf.

Das neue Schengen-Gesetz bringt ein paar Neuerungen: Kontrollgang am Flughafen Genf.
Bild: Keystone

Der Visa-Kodex wurde im Juni 2009 vom EU-Ministerrat und dem EU- Parlament verabschiedet, damit die Schengen-Visa-Regelungen künftig in einem Rechtstext zusammengefasst werden. Bisher waren sie in verschiedenen Rechtsquellen festgehalten worden. Die Schweiz setzt den Kodex, der teilweise Änderungen in der Gesetzgebung zur Folge hatte, ebenfalls ab dem 5. April um.

«In erster Linie handelt es sich um Änderungen bei den Verfahrensaspekten und einige wenige Neuerungen», erklärt Jonas Montani, Sprecher des Bundesamtes für Migration (BFM), gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Kundenfreundlicheres Verfahren

Gewisse Visa-Kategorien wurden aufgehoben, mehrere Personenkategorien von den Visa-Gebühren befreit und zum Beispiel ein Zeitrahmen für die Verfahrensdauer vorgeschrieben. So muss Visa-Antragsstellern innerhalb von zwei Wochen ein Termin in Aussicht gestellt werden.

Weiter dürfen die Schengenländer nicht länger als 15 Kalendertage benötigen, um über einen Visa_Antrag zu entscheiden, wie ein Experte der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel festhielt. Somit werde das Visa-Verfahren viel kundenfreundlicher.

Sorge um Kohärenz im Schengenraum

Mit einer weiteren Neuerung, der territorial begrenzten Visa, wollten Italien und Malta die «schwarze Liste» der Schweiz mit den im Schengenraum «unerwünschten Libyern» umgehen. Das wiederum war der EU-Kommission ein Dorn im Auge. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström warnte vor Initiativen, welche die Kohärenz des Schengenraums gefährdeten.

Nun strich aber die Schweiz letzten Donnerstag die Namen der über 150 Libyer aus dem Schengeninformationssystem und Libyen hob am Wochenende seinerseits die Einreiseverbote und Visa-Beschränkungen für EU-Bürger auf. Malmström zeigte sich anfangs Woche zufrieden mit den Aktionen beider Länder und muss vorläufig nicht um die Solidarität im Schengenraum fürchten. (vin/sda)

Erstellt: 30.03.2010, 14:27 Uhr

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