Die Abrechnung, die Sarkozy ins Schwitzen bringt
Aktualisiert am 30.10.2009 24 Kommentare
Gibt viel zu reden: Die angebliche Luxusdusche für Nicolas Sarkozy.
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Das wird dem eitlen Mann gar nicht gefallen: Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy sieht sich zur Mitte seiner ersten Amtszeit mit wenig erfreulichen Umfragewerten konfrontiert. «Die Mehrheit ist enttäuscht», meldete vor ein paar Tagen die Nachrichtenseite Nouvelobs.com, die eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben hatte. Was in der Zwischenzeit publik geworden ist, dürfte der Popularität von Sarkozy zusätzlich schaden.
Verschiedene Medien veröffentlichten Auszüge aus einem Bericht des französischen Rechnungshofs. Punkto Ausgabendisziplin stellt der Bericht dem Staatspräsidenten ein schlechtes Zeugnis aus. Weil ein Parlamentsabgeordneter, der Einblick in den Bericht des Rechnungshofs hatte, pikante Details ausplapperte, weht dem Präsidenten in der Öffentlichkeit ein eisiger Wind entgegen. Für Aufregung sorgt insbesondere eine Dusche mit Power-Strahl, Jet-Massage und Surround-Sound-Radio. Diese kostete angeblich 245'572 Euro, also 370'782 Franken. Die Dusche soll eigens für den Mittelmeer-Gipfel vom 13./14. Juli im noblen «Grand Palais» im Zentrum von Paris eingerichtet worden sein.
Mittelmeer-Gipfel kostete 16 Millionen
Besonders schlimm sei, dass die Luxus-Dusche gar nicht gebraucht worden sei, kritisierte der sozialistische Abgeordnete René Dosière, der einigen Medien die brisanten Informationen gesteckt hatte. «Wer so mit den Steuergeldern umgeht, hat die Bodenhaftung verloren.» Als Reaktion darauf liess die französische Regierung verlauten, dass im «Grand Palais» gar keine Dusche gebaut worden sei, sondern Besprechungsräume für die Teilnehmer des Mittelmeer-Gipfels. Allerdings veröffentlichte die Webseite Mediapart das Foto der angeblich präsidialen Dusche, die in diesen Tagen zu reden gibt. Auf der Abrechnung figuriert für den Betrag von 245'572 Euro der Posten «Räume des Präsidenten und Konferezzimmer».
Kein Dementi gab es zu anderen Zahlen, etwa 90'000 Euro für den eigens für den Empfang gefertigten Teppich oder 195'000 Euro für Gartenarbeiten. Das Diner für rund 200 Gäste kostete über eine Million Euro - also rund 5000 Euro pro Kopf. Die Gesamtkosten des Mittelmeer-Gipfels beliefen sich auf über 16 Millionen Euro. Die zweitägige Prestigeveranstaltung fand im Rahmen der halbjährlichen EU-Ratspräsidentschaft Frankreichs statt.
Sarkozy brauchte dreimal mehr als Chirac
Die Präsidentschaft liess sich Sarkozy insgesamt 175 Millionen Euro kosten. Länder wie Österreich, Finnland oder Slowenien kamen jeweils mit 70 bis 80 Millionen durch. Als Präsident, der die Grande Nation auch entsprechend gut aussehen lassen will, gab Sarkozy nicht nur deutlich mehr Geld als kleine Länder aus. Er übertrumpfte auch seinen Vorgänger Jacques Chirac. Im Jahr 2000 kostete die französische EU-Ratspräsidentschaft etwa 57 Millionen. (vin)
Erstellt: 30.10.2009, 14:43 Uhr
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24 Kommentare
Es ist wichtig, am morgen eine gute Dusche zu haben - dann verläuft der Tag schon viel besser....:) So leben die Politiker - und für die, welche überrascht sind, wenn eine Liste publiziert wird darf man IMMER davon ausgehen, dass das nur die Spitze des Eisberges ist (also, noch lange nicht alles). Antworten
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