Die Lotsen in Frankfurt beenden vorläufig ihren Streik
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Die Mitarbeiter der Nachtschicht traten ihren Dienst wieder an, wie eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport sagte. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) war auf ein schriftliches Verhandlungsangebot von Fraport eingegangen. Bereits am Donnerstag wollen die Vorstände beider Parteien an einem geheimen Ort die festgefahrenen Verhandlungen wieder aufnehmen.
Es geht um das künftige Tarifwerk für rund 200 Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Verkehrsplaner. Wegen der gekappten Flugzeugumläufe fallen aber auch am Donnerstag noch eine Vielzahl geplanter Flüge aus. Allein die Lufthansa hatte am Abend für den Folgetag 155 Flüge von oder nach Frankfurt gestrichen.
Nach fünf Tagen neigt sich der Fluglotsen-Streik am Frankfurter Flughafen einem vorläufigen Ende entgegen. Ursprünglich sollte der Streik bis am Freitag um 23 Uhr dauern.
Ersatzkräfte geschult
Fraport sei bereits in einigen Punkten auf die Forderungen der Gewerkschaft eingegangen und habe sie teilweise auch nahezu erfüllt, sagte ein Flughafensprecher. Andere Forderungen bezeichnete der Flughafenbetreiber aber als zu hoch.
Für den Fall, dass sich GdF und Fraport nicht einigen, sieht sich Fraport gut gerüstet. «Wir sind vorbereitet, auch auf längere Streiks», sagte der Fraport-Chef Stefan Schulte.
Seit vergangenem Donnerstag streiken am grössten deutschen Flughafen 200 Fluglotsen. Sie fordern Lohnerhöhungen. Fraport hatte sich darauf vorbereitet und intern Personal geschult, das die Aufgaben übernimmt. Nach eigenen Angaben hat der Streik den Flughafen-Betreiber bisher etwa 7 Millionen Euro Umsatz gekostet.
Die Ersatzkräfte hatten am Dienstag die Abfertigung von mehr als 80 Prozent der geplanten Flüge gesichert und für einen laut Fraport «geregelten» Betrieb gesorgt. Die Lage am Flughafen normalisierte sich am Mittwoch dank den Ersatzkräften weiter.
Vor Absage des Streiks waren am Morgen für den Tag laut Fraport 165 Inland- und innereuropäische Flüge annulliert worden. Das war die niedrigste Zahl seit Streikbeginn am vergangenen Donnerstag, als nur sieben Stunden lang die Arbeit niedergelegt wurde.
Lufthansa: 700 Flüge ausgefallen
Für erhebliche Umsatzausfälle sorgte der Streik bei der Swiss- Mutter Lufthansa. Der Lufthansa-Personalchef Stefan Lauer sprach in der «Financial Times Deutschland» vom Mittwoch von Einbussen im zweistelligen Millionenbereich. Seit Streikbeginn seien bei der Lufthansa knapp 700 Flüge ausgefallen, 55'000 Passagiere hätten nicht befördert werden können.
Auch die Schweizer Flughäfen sind vom Streik betroffen. Bis am Mittwochnachmittag sind nach Angaben der Flughäfen Zürich, Basel- Mülhausen und Genf insgesamt je acht An- und Abflüge annulliert worden. Bei den meisten Flügen handelt es sich um Reisen nach Frankfurt. (kpn/sda)
Erstellt: 22.02.2012, 21:49 Uhr
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