Ausland

Die Schwedinnen, die Assange belasten

Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 08.12.2010 72 Kommentare

Zwei Frauen hatten im August 2009 Sex mit Wikileaks-Gründer Julian Assange. Beide waren zuerst begeistert vom Australier, schwärmten auf Twitter und organisierten eine Party. Dann schlug ihre Stimmung um.

1/8 14. August 2010: Julian Assange spricht an einem Seminar im Hauptquartier der Schwedischen Gewerkschaft in Stockholm.
Bild: Reuters

   

Es war nicht die Veröffentlichung Hunderter Diplomaten-Depeschen, die zur Verhaftung von Julian Assange führten, sondern seine Libido. Der Wikileaks-Gründer wird in Schweden der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung angeklagt. Zwei Frauen behaupten, Assange habe sie zu ungeschütztem Sex gezwungen. Er bestreitet dies.

Eine der Frauen, die Assange belasten, ist Anna A. Auf ihrem Blog beschreibt sie sich selber als «politische Wissenschaftlerin, Kommunikatorin, Unternehmerin und Freelance-Texterin, spezialisiert in Glaubensfragen, Politik, Gleichberechtigung der Geschlechter, Feminismus und Lateinamerika». Anna A. ist laut diversen Medienberichten Christin, Feministin, Sozialdemokratin und Tierschutz-Aktivistin. Sie war an der Uppsala Universität Gleichstellungsbeauftragte der Studentengewerkschaft. Heute ist sie politische Sekretärin und Pressesprecherin der «Bruderschafts-Bewegung», einer christlichen Gruppierung innerhalb der Sozialdemokratischen Partei.

Anna A. und Assange teilten sich die Wohnung

Auf Einladung der «Bruderschaft» war Assange im August 2010 nach Stockholm gekommen. Anna A. überliess ihm dabei ihre Wohnung, in der Assange vom 11. bis 19 oder 20. August untergebracht war. Anna A. wollte in der Zeit ihre Familie besuchen, kam dann aber früher nach Stockholm zurück. Sie und Assange einigten sich, die Wohnung zu teilen. In der Nacht auf den 14. August hatten die beiden Sex. Dabei platzte ein Kondom. Tage später, als Anna A. Assange anzeigte, gab sie laut Dailymail.co.uk an, er habe dies absichtlich gemacht, er habe sie zu ungeschütztem Sex gezwungen.

Am 14. August schien das Anna A. jedenfalls noch nicht zu stören. Um 14 Uhr twitterte sie: «Julian will an eine Flusskrebs-Party gehen, hat jemand heute oder morgen freie Plätze?» Während Anna A. die Party für Assange organisierte, sprach er an einem Seminar im Hauptquartier der Gewerkschaft in Stockholm.

Von Assange «besessen»

In der ersten Reihe sass Sophia W., Gelegenheitsfotografin, Angestellte des Gemeinderates des Städtchens Enkoping. Später sagte sie laut diversen Medienberichten der Polizei, sie habe Assange am Fernsehen gesehen und sei von ihm «besessen» gewesen. Sie hatte die «Bruderschaft» angerufen und wollte am Seminar mithelfen, was abgelehnt wurde. An die Veranstaltung kam sie dann doch, und es gelang ihr, Assange kennen zu lernen.

Mit zwei anderen Leuten gingen die beiden Kaffee trinken, später gingen Assange und Sophia W. ins Kino, wo es zu intimen Handlungen gekommen sei. Assange verabschiedete sich und ging an die Party, die Anna A. für ihn organisiert hatte. Um 2 Uhr morgens, am 15. August, twitterte Anna A., sie sitze mit den «welt-coolsten, smartesten Leuten, es ist fantastisch!» Unterdessen telefonierte Assange mit Sophia W. und vereinbarte ein weiteres Treffen.

Der Versuch, Tweets zu löschen

Während seines Schweden-Aufenthaltes war Assange mit beiden Frauen intim. Als Assange sich nicht mehr bei Sophia W. meldete, rief sie auf dem Sekretariat der «Bruderschaft» an. Anna A. nahm den Anruf entgegen, die Frauen, die sich zuvor nicht gekannt hatten, fanden da heraus, dass Assange ein doppeltes Spiel gespielt hatte. Die beiden Frauen gingen daraufhin zur Polizei und baten um Rat. Was folgte, war die Anzeige wegen sexueller Nötigung. Am 20. August versuchte Anna A. dann die Tweets, in denen sie über Assange schwärmt, zu löschen, vergass aber, dass sie im Google-Cache noch vorhanden sind, wo Assange-Befürworter sie fanden und veröffentlichten.

Ebenso öffentlich wurde ein Eintrag einer Freundin von Anna A.: «Auch Assange ist nur ein Mensch, und Menschen sind nie ganz gut oder ganz böse. Auch er kann mal einen Fehler machen.» Vielleicht sei die Sache viel einfacher als eine CIA-Verschwörung, eine Sexfalle oder eine feministische Racheaktion – und es gehe ganz einfach um zwei Frauen, die wissen wollen, ob man jemanden zwingen kann, sich auf sexuell übertragbare Krankheiten testen zu lassen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.12.2010, 14:14 Uhr

72

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

72 Kommentare

Hermann Kaufmann

08.12.2010, 14:24 Uhr
Melden

Langsam fällt es doch auf. Schon wieder soll jemand gefällt werden. Also kauft man sich eine oder zwei Frauen, die irgendwelche unbeweisbaren Anklagen erheben. Wie sagt man, jede/r ist käuflich. Aber das ist vielleicht immer noch besser, als einen tödlichen Unfall zu haben. Der Mann ist einfach unbequem geworden und nun muss er ausgeschaltet werden. Antworten


Urs Peter Fehlmann

08.12.2010, 14:27 Uhr
Melden

Ja, und jetzt ueberprueft doch mal ganz schnell die Bankkonti dieser beiden Frauen !! Da wurde ein Motiv gesucht. Die 2 Schwedinnen wurden diese Anklage aufgedraengt. Da bin ich mir 100 % sicher. Antworten




Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.