Ausland
Die Ukraine kommt praktisch zum Erliegen
Aktualisiert am 03.11.2009 4 Kommentare
Artikel zum Thema
Bisher sind laut dem ukrainischen Gesundheitsministerium 255'000 Menschen infiziert. Gemäss WHO befinden sich 235 Patienten auf Intensivstationen. Nach Angaben starben in der Ukraine 71 Personen an der Grippe. Überall werden Engpässe mit Medikamenten beklagt. Aus Westeuropa treffen immer wieder Lieferungen der dringend benötigten Schutzmasken ein.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsandte ein achtköpfiges Expertenteam, welches auch Proben zur Untersuchung nach London schicken wollte. Das Team war am Montagabend in der Ukraine eingetroffen.
Verhalten des Virus' erforschen
Die WHO erhofft sich, anhand der Epidemie in der Ukraine aufzuzeigen, wie sich der Grippevirus in der nördlichen Hemisphäre in der Winterzeit verhält, insbesondere in Osteuropa. Dies teilte die WHO mit.
Die Slowakei schloss am Dienstag zwei Grenzübergänge zur Ukraine. An den anderen drei Grenzübergängen wurden die Reisenden stichprobenweise auf Fieber und andere Grippesymptome kontrolliert.
Zugleich kündigte das slowakische Innenministerium an, unverzüglich insgesamt 300'000 Schutzmasken in die unmittelbar an der ukrainischen Grenze gelegenen Dörfer zu liefern.
18 Grippe-Tote in Italien
Auch andere europäische Länder meldeten neue Fälle von Erkrankungen und Todesfällen. So stieg in Italien die Zahl der Toten durch die Schweinegrippe auf 18. Von der Epidemie besonders betroffen ist die Region um Neapel, wo neun Personen an der Grippe starben.
Zusammen mit Spanien ist Italien das Land mit den meisten Ansteckungen in Europa, wie das italienische Gesundheitsministerium bekanntgab. Auf 100'000 Italiener kommen laut Statistik derzeit 380 Krankheitsfälle.
Gesundheitsexperten sagen den Höchststand der Epidemie in Italien für Ende November voraus. Die Lage sei jedoch «unter Kontrolle» und das Grippevirus «leicht», erläuterte Vize-Gesundheitsminister Ferruccio Fazio. Er selbst werde sich vorerst nicht impfen lassen. «Senioren und Kinder haben in dieser Phase den Vorrang», meinte Fazio.
Südkorea rief wegen der unaufhaltsamen Ausbreitung der Schweinegrippe die höchste Grippe-Alarmstufe aus. Dies bedeutet unter anderem, dass sämtliche Behörden zum Durchsetzen von Aktionen gegen die Grippe mobilisiert werden können.
WHO beunruhigt
Die WHO sieht die Schweinegrippe-Impfmüdigkeit in vielen Ländern mit Unbehagen. «Es bereitet schon Sorge wenn Menschen, die Zugang zu Impfstoffen haben, dies nicht nutzen», sagte WHO-Sprecher Gregory Hartl in Genf.
«Der Impfstoff ist eines der besten Mittel, die es zur Bekämpfung der Pandemie gibt», sagte Hartl. «Die Vorteile, sich impfen zu lassen, wiegen die Nachteile bei weitem auf.» Hartl verwies darauf, dass sich das aggressive H1N1-Virus verändern könne - entweder abschwächen oder verstärken.
Dass es bei immer grösser werdender Zahl von Impfungen auch Nebenwirkungen gebe, sei normal, sagte der Sprecher. Hartl rief vor allem dazu auf, dass sich Schwangere impfen lassen. Diese seien weitaus mehr gefährdet als andere Menschen. (bru/sda)
Erstellt: 03.11.2009, 19:18 Uhr
WRITE A COMMENT
4 Kommentare
Wie bei jeder Grippewelle wird es, auch dieses Jahr, tote geben. Ja Grippe kann tödlich sein! Der Verlauf dieser Grippe (sie hat auf der Südhalkugel überrollt) ist längst nicht so dramatisch wie manche es herum posaunen. Die Zahl der toten hält sich (bis jetzt) in Grenzen - In Europa sind es 292, weltweit über 6.000. - Viele "normale Grippen" töten mehr! Antworten
Nur weil gerade Grippe-Zeit ist, bedeutet das noch lange nicht , dass alle Erkrankten automatisch dem so "gefährlichen" Schweinegrippe-Virus erkrankt sind. Und wie war das schon wieder? "Die meisten Krankheitsfälle verlaufen weitestgehend harmlos"??? Für mich ist das ganze eine Riesige Progaganda-Angelegenheit für die Pharma-Unternehmen, die jetzt so richtig grosse Kasse machen können. Antworten


Die Welt in Bildern
Thomi Horath
Gegen eine Grippe sich impfen zu lassen ist sowieso Schwachsinn. Ein Grippe-Virus mutiert sehr schnell. Meistens hat sich der Virus, gegen den man den Impfstoff gemacht hat, beim Eintreffen bei uns schon wieder mutiert, also verändert und greift uns an, auch wenn wir "geimpft" sind. Antworten