Ausland

«Die dänische Polizei verletzt die Menschenrechte»

Aktualisiert am 13.12.2009

Nach der Festnahme von über 900 Demonstranten in Kopenhagen kritisieren Aktivisten die Polizei heftig. Die Vorsitzende des Klimagipfels hingegen freut sich über die Unruhe auf den Strassen.

1/11 Ein Demonstrant erholt sich nach einer Klima-Proteskundgebung in Taipei.
Bild: Reuters

Volksfeststimmung bei Klima-Demo

   

Nach den Massenfestnahmen am Rande der Klima- Grossdemonstration in Kopenhagen haben die Veranstalter der dänischen Polizei vorgeworfen, sie verletze die Menschenrechte. Die Beamten hätten wahllos hunderte Demonstranten festgenommen.

Nach Angaben des Zusammenschlusses von Umweltaktivisten, Climate Justice Action, wurden bis zum Samstagabend rund hundert Menschen trotz der grossen Kälte weiterhin in den Strassen der dänischen Hauptstadt festgehalten, «gefesselt und in sitzender Position aufgereiht».

«Gewaltbereiter Schwarzer Block»

Nach Angaben der Polizei wurden nach Ausschreitungen insgesamt 968 Menschen festgenommen. Die meisten von ihnen seien aus dem Ausland gekommen, rund 400 seien Mitglieder des «gewaltbereiten Schwarzen Blocks».

Nach ersten Steinwürfen habe sie sich zu der «vorbeugenden» Massnahme entschlossen, um eine Eskalation zu verhindern, erklärte die Polizei weiter. Etwa 150 Festgenommene kamen den Angaben zufolge nach ihrem Verhör am Abend wieder auf freien Fuss.

Demonstration laut Vorsitzender ein grosser Erfolg

Zur Halbzeit des Weltklimagipfels hatten am Samstag mehrere zehntausend Menschen für besseren Umweltschutz demonstriert. Die Polizei sprach von 30'000 Teilnehmern, die Organisatoren schätzten ihre Zahl auf 100'000. Auch in anderen Teilen der Welt gab es Kundgebungen.

Die dänische Vorsitzende des Klimagipfels, Connie Hedegaard, bezeichnete die Demonstrationen als grossen Erfolg. Angesichts der wachsenden weltweiten Mobilisierung der Menschen für mehr Klimaschutz sei der «politische Preis» eines Scheiterns inzwischen so hoch, dass sich die «politischen Führer sorgfältig überlegen werden, ob sie diesen Preis zu zahlen bereit sein werden», sagte sie auf einer Pressekonferenz. (oku/sda)

Erstellt: 13.12.2009, 06:50 Uhr


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