EU untersucht Organhandel-Vorwürfe im Kosovo

Die EU-Rechtsstaatsmission Eulex beginnt mit den Vorermittlungen zu den Organhandel-Vorwürfen nach dem Kosovo-Krieg. Damit werden Dick Martys Forderungen erfüllt.

Ist weiter gefordert: Sonderberichterstatter Dick Marty.

Ist weiter gefordert: Sonderberichterstatter Dick Marty. Bild: Keystone

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«Wir sind bereit, willens und fähig, die Verantwortung zu übernehmen», teilte die EU-Rechtsstaatsmission Eulex am Freitag mit. Die Eulex-Mission habe an «alle relevanten Organisationen, Einzelpersonen, Dick Marty eingeschlossen» nun appelliert, ihre Beweise zu den schweren Vorwürfen zuzustellen, hiess es.

Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hatte diese Woche den Bericht des Sonderberichterstatters Dick Marty zum Organhandel angenommen. Abgeordnete aus mehreren Staaten hatten eine internationale Untersuchung gefordert.

Heikler Zeugenschutz

Gleichzeitig wurde volles Vertrauen in die Eulex-Abteilung für den Zeugenschutz bekundet. Erfahrungen hätten bereits gezeigt, dass diese fähig sei, heikle Fälle zu handhaben. Marty hatte sich in den letzten Tagen wiederholt dafür eingesetzt, die Untersuchungen einem internationalen Sonderermittler ausserhalb der Region zu überlassen. Als Grund nannte er den Zeugenschutz und die Befürchtungen, dass dieser im Kosovo nicht mit Erfolg zu leisten wäre.

Der Tessiner FDP-Ständerat verwies dabei auch auf die Probleme, welche das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien in einigen Prozessen gegen Kosovo-Albaner hatte, wo mehrere Zeugen ermordet worden waren.

Zwei Briefe an Marty geschickt

«Ohne Beweise kann es keine Ermittlung geben. Sobald wir die Information haben, werden unsere Ermittler das Verfahren führen», versicherte die EULEX-Mission, die seit der Veröffentlichung des Europarat-Berichtes Mitte Dezember zwei Briefe an Marty geschickt hat, um Beweise für den vermeintlichen illegalen Organhandel zu erhalten.

Marty hatte in seinem Bericht eine zentralkosovarische Kriminellengruppe des Organhandels beschuldigt, an deren Spitze der derzeitige Premier Hashim Thaci gestanden sein soll. (jak/sda)

(Erstellt: 28.01.2011, 17:01 Uhr)

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