EU will Schnüffler-Box im Auto
Kein Blitzkasten in Sicht? Schon tritt der Autofahrer aufs Gas, um schneller ans Ziel zu gelangen. Das soll bald nicht mehr möglich sein in der EU: Wie die britische Zeitung «Guardian» berichtet, will die EU-Kommission in jedes Auto eine Black Box einbauen lassen – ein Gerät, das regelmässig den «Herzschlag» des Autos aussendet und so Auskunft über die Geschwindigkeit, die Richtung und den Standort des Fahrzeugs gibt. Das heisst: Kein Rasen, kein Autodiebstahl, keine Fahrerflucht – die Big Brother-Boxen würden den Täter im Nu entlarven.
Auf den Meter genau lokalisierbar
In kritischen Situationen könnten solche Geräte sogar untereinander kommunizieren und so vor drohenden Zusammenstössen warnen. Gemäss «Guardian», dem unveröffentlichte Dokumente mit Details über das System vorliegen, können dank den Boxen Autos auf einen Meter genau lokalisiert werden. Das Projekt soll rund 60 Millionen Franken kosten, getragen wird es von Autoherstellern und der Telekom-Industrie. Gemäss einem Konsortium von Herstellern wäre es möglich, die Boxen schon ab 2013 in allen neuen Fahrzeugen einzubauen.
Die EU-Kommission hat laut der Zeitung bereits einzelne Landesregierungen dazu angehalten, sich die Radiofrequenz für das Signal der Überwachungs-Box freizuhalten. Zuerst soll die Technologie auf freiwilliger Basis eingeführt werden – gemäss «Guardian» wäre es aber auch möglich, dass Regierungen das System aus Sicherheitsgründen für obligatorisch erklären.
In der Schweiz für Raser vorgesehen
Auch in der Schweiz sind Unfallmessgeräte wie die Black Box ein Thema: Im Massnahmenpaket Via Sicura schlägt der Bundesrat vor, Rasern und Widerholungstätern eine solche Überwachungs-Box im Auto einzubauen. Sollten sich die Strassenrowdies weigern, dürfen sie sich nicht mehr hinters Steuer setzen. «Es handelt sich dabei um 800 bis 1000 Fälle im Jahr», sagt Thomas Rohrbach, Sprecher des Bundesamts für Strassen. Das Massnahmepaket war bis vor zwei Wochen in der Vernehmlassung, nun werden die Änderungsvorschläge geprüft.
Bereits in Gebrauch sind in der Schweiz die sogenannten Crash-Recorder der Axa-Winterthur-Versicherung: Wenn Junglenker zwischen 18 und 25 Jahren einen Fahrtenschreiber im Auto einbauen lassen, bekommen sie Rabatt auf die Haftpflicht- und Kaskoprämie. (reh/cha)
Erstellt: 31.03.2009, 16:42 Uhr
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