Ausland

«Ein EU-Beitritt passt nicht zur Schweiz»

Aktualisiert am 11.01.2011 45 Kommentare

Peer Steinbrück ist ein Mann der klaren Worte. Der frühere deutsche Finanzminister sagt in einem Interview, was er über das WEF, Joe Ackermann und die Schweizer denkt.

1/7 Einst ein gutes Team in der Regierung – nun politische Gegner: Finanzminister Steinbrück und Kanzlerin Merkel im September 2009.
Bild: Keystone

   

Peer Steinbrück, der einst die Schweiz und die Schweizer Banken hart attackierte, kann auch ganz anders sein. Der frühere Finanzminister Deutschlands zeigt viel Verständnis für die Schweiz, insbesondere für den europäischen Sonderweg. «Die Schweiz hat sehr eigene Traditionen und auch ein besonderes Selbstverständnis. Ein EU-Beitritt passt nicht zu diesem Hintergrund der Schweiz», sagt Steinbrück in einem grossen Interview mit der Zeitung «Südostschweiz». Die Schweiz werde auch wegen ihrer Neutralität und aus ihrem singulären Selbstverständnis heraus nicht der EU beitreten.

Trotz seiner verbalen Ausfälle ist Steinbrück in der Schweiz korrekt behandelt worden, als er in den letzten Monaten sein Buch «Unterm Strich» vorstellte. «Alle waren sehr gastfreundlich, und ich fühlte mich keineswegs bedroht.» Nach seiner Schweiz-Tournee geht der streitbare SPD-Politiker davon aus, «dass die Menschen besser verstehen, was ich gesagt habe». Und wer ihn näher kennengelernt habe, sei zur Erkenntnis gelangt, «dass ich nicht so garstig bin, wie ich gelegentlich rede oder aussehe». Gemäss eigenen Aussagen will Steinbrück weiterhin Urlaub in der Schweiz machen.

Kritik am «Schweizer Geschäftsmodell»

Obwohl er sich mittlerweile vorsichtiger ausdrückt, bleibt Steinbrück in der Sache hart. So bekräftigt er seine Kritik am «Schweizer Geschäftsmodell, das nicht nur fahrlässig, sondern vorsätzlich ausländisches Kapital von Privatleuten auf Konten in der Schweiz leitete – mit der erkennbaren Zielsetzung, den Fiskus zu hintergehen». Nachdem die USA – und nicht Deutschland – die Kavallerie habe ausreiten lassen, insbesondere gegen die UBS, sei die Situation aber so, dass das Bankgeheimnis in der Schweiz fiskalisch gefallen sei.

Im «Südostschweiz»-Interview äussert sich Steinbrück auch über Joe Ackermann, den Schweizer Chef der Deutschen Bank. «Er ist ein exzellenter Banker. Ich schätze ihn und seine Kompetenz sehr. (...) Letztlich ist Ackermann einer der Mitväter der Bankenrettung in Deutschland.» Weniger positiv spricht Steinbrück über das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, das Ende Januar wieder stattfinden wird. «Das WEF ist wie einige andere ähnliche Veranstaltungen zu einer riesigen Roadshow geworden», sagt Steinbrück. «Inhaltlich wird nicht viel bewegt, und Wegweisendes wird dort auch nicht entschieden.» (vin)

Erstellt: 11.01.2011, 13:16 Uhr

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45 Kommentare

Wolfgang Rauch

11.01.2011, 21:12 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Ich hätte da eine Idee bezüglich einem EU-Beitritt der Schweiz! Die Schweiz erklärt sich offiziell unter folgenden Bedingungen zu einem EU-Beitritt bereit: 1. Die Schweiz behält vollumfänglich ihre Direktdemokratie bei 2. D führt verbindlich die Direktdemokratie ein Die Schweiz kann, was sie jetzt nicht kann, jeden Blödsinn aus Brüssel ablehnen und D ist Euch auf ewig dankbar! Grüsse aus D Antworten


schnell andreas

12.01.2011, 13:17 Uhr
Melden 2 Empfehlung

interessant die 39 kommentare über hr.s. lesen, es scheint das er in der ch jetzt wohl kurz vor der heiligsprechung steht. das er in den letzten 3 jahren mit seinem bashing vorwiegend ein mediales ablenkungsmanöver von seiner roadshow als vorstand bei der pleitebank hre (hypo-real-estate) betrieben hat, ist ja bereits schnee von gestern. resp.ist den meisten kommentierenden hier gar nicht bewusst. Antworten




Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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