Ein Meister des Doppelspiels
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Giulio Tremonti, Italiens Finanz- und Wirtschaftsminister, versucht seit einigen Monaten, die Bürger Italiens zu überzeugen, im Ausland versteckte Gelder nach Italien zurückzubringen. Vor allem in der Schweiz, auf dem Finanzplatz Tessin, vermutet der 62-Jährige viel Geld seiner Landsleute. Sein Bemühen, Geld in die Staatskasse zu spülen, kontrastiert mit Tremontis Vergangenheit als Steueranwalt respektive -berater. Der umtriebige Rechtsprofessor hatte in den Achtzigerjahren eine Steuerkanzlei in Mailand gegründet.
Anfang der Neunzigerjahre kam ein Ableger der Steuerkanzlei in Luxemburg dazu. An der Kanzlei war die Interfides SA aus Panama beteiligt, wie die Zeitung «Blick» zeigt. Tremonti sei ins Visier der Steuerinspektoren geraten, weil seine Kanzlei im Verdacht stand, Gelder am italienischen Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Gemäss Erkenntnissen der Steuerinspektoren waren Tremontis Gesellschaft in Luxemburg und die panamaische Interfides operativ «inexistente Gesellschaften», zwischen denen aber Geldtransfers erfolgten.
Tremontis Panama-Connection
Wenig überraschend bestritt Tremonti die Vorwürfe. Er kam ungeschoren davon - möglicherweise auch, weil er im Mai 1994 Finanzminister der ersten Regierung von Silvio Berlusconi geworden war. Als Finanzminister war Tremonti auch Vorsteher der Steuerbehörde. Politiker der Opposition wiesen auf Tremontis Panama-Connection hin. Der «Blick» zitiert den Abgeordneten Luigi Berlinguer: «Minister Tremonti hat eine Gesellschaft, die in einem Steuerparadies operiert und an der eine Firma beteiligt ist, die ihren Sitz in einem anderen Steuerparadies hat.» Das war Mitte der Neunzigerjahre. Gemäss dem Zeitungsbericht wird die Interfides heute noch im Handelsregister von Panamá als «aktiv» geführt. Der Geschäftszweck der panamaischen Gesellschaft bleibt unklar.
Tremonti ist ein Meister des Doppelspiels. Wenn er nicht Finanzminister war, wirkte er als Steueranwalt und -berater. Und in dieser Funktion arbeitet man eher gegen die Interessen des Fiskus. Tremonti ist seit Mai 2008 zum vierten Mal Finanzminister Italiens. Die ersten drei Amtszeiten waren: Mai 1994 bis Januar 1995, Juni 2001 bis Juli 2004 und September 2005 bis Mai 2006.
Hartes Vorgehen gegen die Schweiz
Italiens Finanzminister fährt zurzeit einen harten Kurs gegen die Schweiz. Vor zwei Wochen überraschte die italienische Finanzpolizei (Guardia di Finanza) mit einer Razzia 76 Schweizer Bankfilialen in Italien. Der Aktivismus von Steuerbehörden und Finanzpolizei steht in Zusammenhang mit der laufenden Steueramnestie. Mit dem so genannten «scudo fiscale» will die italienische Regierung, dass Bürger ihre im Ausland versteckten Gelder legalisieren. Bis zum 15. Dezember haben Italiener Zeit, ihr Schwarzgeld zu repatriieren.
(vin)
Erstellt: 09.11.2009, 10:19 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




