Euro-Gipfel schnürt grosses Massnahmenpaket
Aktualisiert am 27.10.2011 72 Kommentare
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Euro-Kurs klettert auf 1,40 Dollar
Die Beschlüsse des Krisen-Gipfels in Brüssel haben den Kurs des Euro steigen lassen: In Tokio notierte die europäische Gemeinschaftswährung am Donnerstag erstmals seit sieben Wochen wieder über 1,40 Dollar. Die Marke wurde allerdings nur kurz übersprungen, kurz darauf fiel der Kurs zurück auf 1,3990 Dollar. Am Abend vor dem Gipfel waren 1,3908 Dollar für einen Euro gehandelt worden. Die Staats- und Regierungschefs der Währungsunion hatten sich zuvor mit den Banken darauf geeinigt, Griechenland rund die Hälfte seiner Schulden zu erlassen. Zudem soll die Schlagkraft des Euro-Rettungsschirms EFSF auf eine Billion Euro ausgedehnt werden, um eine Ausweitung der Krise zu verhindern. (AFP)
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Der Euro-Gipfel einigte sich in Brüssel auf einen teilweisen Schuldenerlass für Griechenland. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach zehnstündigen Beratungen in Brüssel: «Wir haben heute Nacht gezeigt, dass wir die richtigen Schlüsse aus der Krise ziehen.»
Die Krisentreffen zogen sich wegen der zähen Verhandlungen mit den Bankenvertretern über Stunden hin. Dann schalteten sich Merkel, Sarkozy und Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker ein und brachten offensichtlich die Wende.
Schuldenschnitt für Griechenland
Mit dem Schuldenschnitt von 50 Prozent seien Banken und Versicherungen jetzt «substanziell» beteiligt, sagte die Kanzlerin weiter. Merkel erklärte, mit den Gläubigern sei das Ziel vereinbart worden, dass für Griechenland bis 2020 die Verschuldung von derzeit rund 170 auf 120 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung gekürzt werde.
Merkel sagte, der nominale Schnitt betrage 50 Prozent. Damit steuere der Privatsektor etwa 100 Milliarden Euro bei. Der öffentliche Sektor trage davon wiederum 30 Milliarden Euro als Absicherung neuer Anleihen bei sowie bis zu 100 Milliarden Euro an neuen Krediten.
Auf Grundlage des Schuldenschnitts ist nun ein neues Paket gepackt worden. Bis zum Jahr 2014 soll Athen weitere 100 Milliarden geliehen bekommen. Darin sind Hilfen für griechische Banken eingerechnet, die durch den Schuldenschnitt vermutlich in Schwierigkeiten geraten. Die Sparanstrengungen Athens sollen künftig dauerhaft überwacht werden, wie Angela Merkel sagte.
Rettungsschirm wird grösser
Die 17 Eurostaaten verständigten sich zudem auch darauf, die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF auf eine Billion Euro zu vervielfachen. Derzeit kann der Fonds 440 Milliarden Euro Kredite vergeben. Die Vervielfachung funktioniert mit einem sogenannten Hebel, der allerdings auch das Verlustrisiko bei Pleiten kriselnder Staaten erhöht.
Der EFSF wird nun teilweise das Risiko eines Zahlungsausfalls für Schuldtitel gefährdeter Eurostaaten übernehmen. Er bietet quasi eine Art Teilkaskoversicherung, wenn Schuldenstaaten neue Anleihen ausgeben.
Zudem soll ein neuer Sondertopf geschaffen werden, an dem sich der Internationale Währungsfonds IWF beteiligt. Dieser Fonds investiert in Anleihen, die der EFSF ebenfalls zum Teil absichert. Dabei könnten ausländische Investoren wie Staatsfonds aus China mitmachen.
Kernkapitalquote der Banken anheben
Der EU-Gipfel hatte sich zuvor schon über die Bankenkapitalisierung bis zum 30. Juni 2012 verständigt. Bis dahin müssen die systemrelevanten Banken ihre harte Kernkapitalquote auf neun Prozent anheben. Systemrelevante Banken würden bei einem Zusammenbruch das gesamte Finanzsystem gefährden.
Diese Banken müssen mit 106,45 Milliarden Euro rekapitalisiert werden, wie die Europäische Bankenaufsicht (EBA) in London bekanntgab. Die grössten Beträge brauchen mit 30 Milliarden Euro Banken aus Griechenland sowie mit 26,16 Milliarden Euro Institute aus Spanien, mit 14,77 Milliarden Euro italienische Banken und mit 8,84 der Finanzsektor in Frankreich. (sam, jak/sda, dapd)
Erstellt: 27.10.2011, 06:02 Uhr
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72 Kommentare
Schuldenschnitt und wie alle die Vernichtungswaffen heissen, die nur dazu dienen dass sich die Politikerkaste weiterhin am Geldsäckel des Bürgers bedienen, bringen schlussendlich nichts. Schulden sind das Grundübel. Hier müsste angesetzt werde. Der Staat darf keine Schulden machen, er darf nur soviel ausgeben, wie er einnimmt. Alles andere ist Augenwischerei und unsere Enkel dürfen das ausbaden. Antworten
Da lässt man die privaten Gläubiger indirekt 100 Milliarden beisteuern, nur damit man gleich wieder die selbe Summe als Kredit reinpumpen kann (eigentlich sogar noch mehr), kommt das nur mir pervers vor? Ist natürlich eine Möglichkeit die eigene Wirtschaft und den Export anzukurbeln, nur das löst doch das Problem nicht. Antworten
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