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Finanzkrise überschattet Klimakonferenz

Aktualisiert am 11.12.2008

Bundesrat Moritz Leuenberger hat am EU-Klimagipfel in Posen Investitionen in den Klimaschutz gefordert. Es dürfe nicht sein, dass der Klimaschutz wegen der Finanzkrise hintenanstehen müsse.

«Finanz- und Klimakrise sind auffallend ähnlich»: Bundesrat Moritz Leuenberger.

«Finanz- und Klimakrise sind auffallend ähnlich»: Bundesrat Moritz Leuenberger. (Bild: Keystone)

In der Klima- wie auch in der Umweltkrise «waren Ursachen und Konsequenzen bekannt, wurden die Risiken ignoriert, sind die Schäden von globalem Ausmass, und in beiden Fällen können die Lösungen nur global sein», erklärte Leuenberger gemäss Redetext.

Er warnte die versammelten Ministerinnen und Minister davor, in der Klimakrise die gleichen Fehler zu machen wie in der Finanzkrise. «Wir brauchen auf globaler und nationaler Ebene klare Regeln, die bei der Ursache der Bedrohung ansetzen, also dem Ausstoss von klimaschädigenden Treibhausgasen».

Verbindliche Ziele für alle

Zur Reduktion dieser Gase müssten alle Staaten inklusive die USA sowie die Schwellenländer China, Indien und Brasilien beitragen und verbindliche Reduktionsziele akzeptieren.

Leuenberger wies darauf hin, dass die Schweiz in Anlehnung an die EU ihren Schadstoff-Ausstoss bis 2020 um mindestens 20 Prozent im Vergleich zu 1990 senken will - und sogar um 30 Prozent, falls sich andere Staaten auch engagieren.

Es wäre nach seinen Worten grundfalsch, angesichts der Finanzkrise den Klimaschutz auf die lange Bank zu schieben. Im Gegenteil: «Wir müssen in neue Technologien, erneuerbare Energien, sparsamere Autos, besser isolierte Häuser sowie in Infrastrukturen zum Schutz vor Naturgefahren investieren», forderte Leuenberger.

Weltweite CO2-Abgabe

Da diese Investitionen nicht umsonst zu haben sind, bekräftigte Leuenberger den Vorschlag der Schweiz, eine weltweite CO2-Abgabe einzuführen. Dadurch sollen - nach dem Verursacherprinzip - Mittel gewonnen werden, um die weitere Erwärmung des Klimas zu verhindern und Anpassungsmassnahmen zu finanzieren.

An Rande der Weltklimakonferenz in Posen traf sich Leuenberger zudem mit der Environmental Integrity Group, in welcher sich die Schweiz, Südkorea, Mexico, Liechtenstein und Monaco gemeinsam für die Weiterentwicklung der globalen Klimapolitik engagieren.

Die Gruppe diskutierte insbesondere Finanzierungslösungen zur Klimafrage. Wie das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) mitteilte, traf er sich des weiteren sich mit Amtskollegen aus Peru und Österreich. (mbr/ap)

Erstellt: 11.12.2008, 15:11 Uhr

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