Ausland

Flugzeugbomber in Jemen zum Terroristen ausgebildet

Aktualisiert am 28.12.2009

Der mutmassliche Flugzeugattentäter von Detroit hat gegenüber amerikanischen Ermittlern Angaben über seine Vorgeschichte gemacht.

1/17 Will sich selber verteidigen: Polizeifoto von Umar Farouk Abdulmutallab.
Bild: Reuters

   

Der fehlgeschlagene Anschlag auf eine US-Passagiermaschine wurde demnach von al-Qaida im Jemen geplant. Der mutmassliche Täter, Umar Faruk Abdulmutallab, erklärte nach Angaben von Ermittlern, er sei von Mitgliedern des Terrornetzwerks im Jemen trainiert und instruiert worden.

Die private Sicherheitsfirma IntelCenter, die Websites militanter Gruppen beobachtet, wies am Samstag auf ein Video vom 21. Dezember hin, in dem ein Al-Qaida-Mitglied aus dem Jemen von einem geplanten Anschlag in den USA spricht. Die Drohung sei vergangene Woche während der Bestattung von Extremisten erhoben hoben worden, die bei einem Luftangriff im Jemen getötet wurden, erklärte das Unternehmen.

London verweigerte Einreise

Laut britischen Regierungsangaben wurde ein Antrag des Mannes auf ein Visum im vergangenen Mai wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt. Zwischen 2005 und 2008 durfte sich der 23-jährige Nigerianer in Grossbritannien aufhalten, weil er am University College in London Maschinenbau studierte. Abdulmutallab hatte jedoch ein gültiges US-Visum.

Der junge Mann wohnte in der Wohnung seines wohlhabenden Vaters, eines ehemaliger Ministers und Bankenchefs in Nigeria. Dort bestätigte Alhaji Umaru Mutallab die Identität seines Sohnes. Er wisse aber nicht, wo sein Sohn sich auf seinen Reisen zuletzt aufgehalten habe. In London sei er seit längerer Zeit nicht mehr gewesen.

Besorgter Vater

Der Vater soll laut einem Bericht der nigerianischen Zeitung «This Day» über den Fundamentalismus seines Sohnes sehr besorgt gewesen sein. Darüber soll er auch mit Sicherheitsbehörden gesprochen haben.

Mutallab war am Samstagabend in der Stadt Abuja zu Gespräche mit Vertretern der US-Botschaft sowie nigerianischen Behörden eingetroffen. Ein Cousin des 23-Jährigen sagte dem «Sunday Telegraph», die Familie habe befürchtet, dass Abdulmutallabs Glaube in Grossbritannien «radikalisiert» wurde.

Die britische Polizei sicherte am Sonntag weiter die Spuren in drei Immobilien des prominenten Nigerianers in London. Die Ermittler konzentrieren sich dabei auf die Wohnung, in der auch Abdulmutallab lebte. Sie liegt in einem noblen Diplomatenviertel nahe Oxford Circus.

Obama im Urlaub unterrichtet

Nach dem gescheiterten Terroranschlag hat US-Präsident Barack Obama in seinem Urlaub mehrere Telefonanrufe mit seinen Sicherheitsberatern geführt. Der Präsident sei auf Hawaii über alle Einzelheiten des Vorfalls unterrichtet worden, verlautete aus Regierungskreisen. Obama habe angeordnet, dass die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen auf den Flughäfen weiter bestehen bleiben. (cpm/sam/sda)

Erstellt: 28.12.2009, 08:54 Uhr

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