Genozid-Resolution: Schweden brüskiert Türkei
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Mit knapper Mehrheit hat das schwedische Parlament überraschend eine umstrittene Resolution verabschiedet, die die Tötung hunderttausender Armenier während des Ersten Weltkriegs in der Türkei als Völkermord einstuft. Die Resolution wurde am Donnerstag gegen den Willen der Mitte-rechts-Regierung mit 131 zu 130 Stimmen angenommen. 88 Abgeordnete waren während der Abstimmung im 349-köpfigen Parlament in Stockholm nicht anwesend.
Aus Protest gegen den Beschluss rief die Türkei umgehend ihren Botschafter zurück, wie die schwedische Nachrichtenagentur TT am Abend meldete. Aussenminister Carl Bildt bedauerte die Entscheidung, weil damit der laufende Versöhnungsprozess zwischen der Türkei und Armenien gefährdet werde.
Bis zu 1,5 Millionen Tote
Historiker schätzen, dass im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier von Türken getötet wurden, viele Forscher sprechen vom ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Die Türkei wehrt sich entschieden gegen diese Einschätzung und hat wiederholt erklärt, die Zahl der Toten sei übertrieben, und die Armenier seien Opfer von Bürgerkrieg und Unruhen geworden.
Der Auswärtige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses hatte in der vergangenen Woche einen ähnlichen Entschliessungsantrag angenommen. Fraglich ist aber, ob der Resolutionsentwurf auch dem Plenum zugeleitet wird. Trotzdem rief die Türkei aus Protest ihren Botschafter in den USA zurück. (vin/ddp/sda)
Erstellt: 11.03.2010, 21:21 Uhr


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