Glühende SS-Verehrer im Einsatz in Afghanistan

Tschechische Soldaten der Nato-Truppen haben sich im Einsatz mit berüchtigten Nazi-Symbolen «verziert». Nun drohen ihnen harte Strafen – und auch ihrem Vorgesetzten.

Vorbilder aus der SS: Aufnahme tschechischer Soldaten in der Zeitung «Mlada Fronta Dnes».

Vorbilder aus der SS: Aufnahme tschechischer Soldaten in der Zeitung «Mlada Fronta Dnes».
Bild: Mlada Fronta Dnes

Massenmörder – und Vorbild für tschechische Soldaten: SS-Kriegsverbrecher Oskar Paul Dirlewanger.

Massenmörder – und Vorbild für tschechische Soldaten: SS-Kriegsverbrecher Oskar Paul Dirlewanger.

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Während des Einsatzes in der Provinz Logar im Osten von Afghanistan sollen zwei Soldaten ihre Helme mit Symbolen von SS-Divisionen bemalt haben. Das berichtet die grosse tschechische Zeitung «Mlada Fronta Dnes». Inzwischen sorgt die Enthüllung für Empörung weit über Prag hinaus.

Sergeant Hynek Matonoha soll auf seinem Helm den Buchstaben H, auf dem ein Schwert liegt getragen haben – das Truppenkennzeichen der SS-Panzerdivision «Hohenstaufen». Diese Einheit wurde vom Nazi-Regime im Zweiten Weltkrieg unter anderem bei der Invasion der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 eingesetzt.

Noch geschmackloser «verzierte» Leutnant Jan Cermak seinen Helm. Das aufgezeichnete Symbol steht für die SS-Brigade «Dirlewanger» – benannt nach Oskar Dirlewanger, einem Offizier der Waffen-SS, der für seine Brutalität berüchtigt war. Neben der «Sturmbrigade Dirlewanger» befehligte er auch ein «Sonderkommando», das zur Überwachung jüdischer Arbeitslager eingesetzt wurde. Laut Zeugenaussagen peitschten seine Mitglieder Menschen zu Tode, injizierten ihnen Strychnin oder mordeten auf andere Arten. Zudem waren sie für Gruppenvergewaltigungen und Plünderungen bekannt.

Regierung kündigte harte Strafen an

Der tschechische Verteidigungsminister Martin Bartak reagierte auf die Enthüllungen mit Zorn. «Es gibt für Menschen, die so denken, keinen Platz in der Armee», sagte er und suspendierte die beiden Offiziere mit sofortiger Wirkung. Ihr Kommandeur wurde ebenfalls aus dem Dienst entfernt, weil er laut den Berichten von den Nazi-Symbolen wusste – und versucht haben soll, das Fehlverhalten zu vertuschen.

Für den Fall, dass sich dieser Verdacht bewahrheiten sollte, hat der Verteidigungsminister bereits «harte Strafen» angekündigt. Erstens, um den Ruf der rund 330 tschechischen Soldaten zu schützen, die für die internationale Isaf-Truppe der Nato im Einsatz sind. Und Zweitens, um einen offensichtlichen Irrtum wieder rückgängig zu machen: Für ihren Einsatz in Afghanistan waren die beiden Soldaten laut den Zeitungsberichten erst kürzlich ausgezeichnet worden. (raa)

Erstellt: 12.11.2009, 13:00 Uhr

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10 KOMMENTARE

Jens Poschet

12.11.2009, 22:12 Uhr

lese ich hier richtig, dass es hier leute hat die solch ein verhalten nicht nur tolerieren, aber sogar auch noch in den schutz nehmen? Hr Moser, vieleicht sollten sie doch einmal ein geschichtsbuch lesen.


Hans Wilhelmson

12.11.2009, 17:19 Uhr

Edith Habermann Eher hat uns die USA zusammen mit den Engländern und Frankreich vor den Bolschewiken beschützt. Nebenbei gilt auch hier die Unschuldsvermutung und Bilder mit Photoshop zu manipulieren kann heute jedes Computerkundige Kleinkind.


Patrick Tigri

12.11.2009, 15:01 Uhr

Heinz Martin. Das Bild beweist nix, klar. Vor Gericht zählt der Helmpariser. Wenn die Zeichen dort drauf sind, wurde das Bild nicht manipuliert. Und Stefan Koller. Sowas Irrelevantes hab ich selten gehört. Es geht um zwei UN-Soldaten, die der Naziverehrung verdächtigt werden. Und nicht um Dienstgrade.


Hans Von Büren

12.11.2009, 14:58 Uhr

Was spielt denn das für eine Rolle, ob der Sergeant jetzt ein Offizier ist oder nicht? Meinetwegen mag der Herr ein General oder ein gewöhnlicher Soldat sein, sollte sich der Vorwurf bewahrheiten muss der Mann schnellstens aus der Armee entfernt werden. Sich mit SS-Symbolen zu schmücken ist abscheulich, ganz egal welchen Rang der Mann innehat.


Klaus Vontobel

12.11.2009, 13:52 Uhr

@ heinz martin: photoshop? anhand eines bildes wollen sie das entdeckt haben, und dann erst noch anhand eines so unscharfen bildes? schreien sie bei jedem bild manipulation oder wollen sie uns damit beidrucken, dass sie von ps schon mal gehört haben...? bitte bemühen sie mindestens mal die bilder von obegenannter tschechischer tageszeitung (-> google): von wegen photoshop!


rene klingler

12.11.2009, 13:44 Uhr

...und, was soll denn das schon wieder, das ist doch weiter gar nicht schlimm. Ich finde es lächerlich, dass praktisch jeder "Hennenschiss" durch die Medien hochgespielt wird. Dass sich die Menschen gegenseitig kaum mehr achten und derart brutal miteinander umgehen haben wir ein Stück weit dem heute leider viel verbreiteten, billigen Sensationsjournalismus zu verdanken


Hans Wolf

12.11.2009, 13:43 Uhr

Wenn das die einzigen Probleme sind, welche wir im Moment haben... Auf jeden Fall wurde wieder mal ein Büschel gut gewachsenens Gras ab einem dunklen Punkt der Geschichte gefressen. Die Rindviecher sterben ja nie aus.


Erich Richter

12.11.2009, 13:29 Uhr

Na wenn schon. Besser sie outen sich zu ihren "Vorbildern" als das man nicht weiss voran man ist. Diese Soldaten bringen regelmässig Menschen um - was glaubt die Welt eigentlich was für "Vorbilder" diese Soldaten habe ? Dornröschen und Aschenputtel ? Nur wenn (falls überhaupt - siehe H.Martin) sie diese Zeichen am Hut haben, heisst das noch lange nicht, dass sie auch so vorgehen....


Stefan Koller

12.11.2009, 13:12 Uhr

... und vorallem... seit wann ist ein Sergeant Offizier? UO oder höherer UO, aber bestimmt kein Offizier...


Heinz Martin

12.11.2009, 12:34 Uhr

Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock, dass da Photoshop am Werk war! Das ist alles eine Bildmanipulation, so schön wie die Zeichen ins Bild passen... da will jemand den zwei Offizieren bös ans Bein pinkeln... Wenn ich das machen würde, wären die Zeichen nicht so schön eingezeichnet, das war MASSARBEIT! oder eben Photoshop/Gimp ...



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