Greenpeace-Aktivisten sind wieder frei

Aktualisiert am 06.01.2010

20 Tage nach einem spektakulären Auftritt am Klimagipfel von Kopenhagen sind vier Greenpeace-Mitglieder - darunter ein Schweizer - aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Protest beim Diner: Greenpeace-Aktivistin.

Protest beim Diner: Greenpeace-Aktivistin. (Bild: Keystone)

Die dänischen Behörden setzten die Greenpeace-Aktivisten am Mittwochnachmittag auf freien Fuss. Das teilte der dänische Ableger der Umweltorganisation mit. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte die Meldung. «Wir freuen uns über die Freilassung», erklärte EDA-Sprecher Adrian Sollberger auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hatte sich in einem Telefonat mit ihrem dänischen Amtskollegen Per Stig Moeller persönlich für den betroffenen Schweizer und für die Verbesserung der Haftbedingungen engagiert. Verkleidet als Ministerpaar mit Bodyguard hatten sich die Aktivisten aus Spanien, Norwegen, Holland und der Schweiz am 17. Dezember am Rande des Uno-Klimagipfels in Kopenhagen beinahe Zutritt zum Bankett der dänischen Königin mit den anwesenden Staats- und Regierungschefs verschafft.

In der Eingangshalle des königlichen Palasts mischten sie sich unter Politiker und entfalteten ein Transparent. Darauf stand «Politiker reden, Anführer handeln» (»Politicians talk - Leader act»).

Protest in Bern

An diesem Mittwoch hatte Greenpeace in Bern mit einer Protestaktion erneut die sofortige Freilassung der vier Aktivisten gefordert. Nach Angaben von Greenpeace hielten 90 Menschen vor der dänischen Botschaft eine Mahnwache ab.

Eine vierköpfige Delegation habe zudem bei einem Treffen mit dem dänischen Botschafter Hans Klingenberg gegen das harsche Vorgehen der Behörden protestiert, teilte die Organisation mit. Zu der Delegation gehörte neben zwei Vertretern von Greenpeace auch Nationalrat Geri Müller und der Rechtsvertreter eines der verhafteten Aktivisten.

Die dänischen Behörden werfen den vier Aktivisten illegales Betreten von Staatsgrund und das Benützen gefälschter Nummernschilder der Polizei vor. Die Untersuchungshaft wurde zum vornherein auf 7. Januar begrenzt.

Anklageschrift am Donnerstag

Die Anklageschrift wird an diesem Donnerstag erwartet. Bei einer Verurteilung drohe den Aktivisten erneut Gefängnis, berichtete der «Zürcher Oberländer» (Online-Ausgabe) am Mittwoch unter Berufung auf Greenpeace.

Der Chef von Greenpeace Nordic, Mads Christensen, kritisierte demnach die unnötige Inhaftierung der friedfertigen Aktivisten. Das sei «gewissermassen eine Bestrafung ohne Gerichtsverfahren». Die Länge der Haft ohne Prozess stehe in keinem Verhältnis zur harmlosen Protestaktion. (vin/sda)

Erstellt: 06.01.2010, 19:57 Uhr

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