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Griechen bezahlen die Krise mit ihrer Gesundheit

Aktualisiert am 10.10.2011 42 Kommentare

Wegen der Schuldenkrise wurde in Griechenland das Budget für Spitäler und staatliche Anlaufstellen gekürzt. Nun zeigt eine Studie: Um die Gesundheit der Griechen steht es schlecht – HIV-Infektionen nehmen zu.

Warten auf ihre Behandlung: Drei Patienten in einem Spital ausserhalb von Athen.

Warten auf ihre Behandlung: Drei Patienten in einem Spital ausserhalb von Athen.
Bild: Reuters

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Aufgrund des straffen Sparprogramms in Griechenland haben viele Menschen den Zugang zur gesundheitlichen Versorgung verloren. Laut «The Guardian» warnen Wissenschaftler und Spital-Mitarbeiter vor einer «Griechischen Tragödie».

In ihrer Studie bestätigen zwei Forscher der Cambridge Universität Anzeichen für eine dramatische Verschlechterung der Gesundheit der Bevölkerung, sowie die Qualitätsabnahme des Services in den Spitälern aufgrund des finanziellen Drucks.

Hoffnungslosigkeit in den Spitälern

Ihre Arbeit zeigt: Zwischen 2007 und 2009 haben 14 Prozent mehr Griechen ihre Gesundheit als «schlecht» oder «sehr schlecht» beurteilt. Zudem hat sich die Zahl der hospitalisierten Griechen von 2009 bis 2010 um 24 Prozent gesteigert. Im ersten Halbjahr 2011 wurden acht Prozent mehr Menschen ins Spital eingeliefert als noch im Jahr davor.

Für die Spitäler ist es schwer, die steigende Anzahl der Kranken zu bewältigen - vor allem in Anbetracht der zusammengestrichenen Budgets. Dr. Michalis Smarkos, Arzt im Evangelismos Spital in Athen, zeigt sich hoffnungslos. «Wir haben keine Infrastruktur, um all den Menschen zu helfen», sagt er gegenüber «The Guardian». Das System habe sein Ziel, den Menschen zu helfen, verfehlt.

Rekordjahr für HIV-Infektionen

Nicht nur die Spitäler, sondern auch andere staatliche Anlaufstellen für gesundheitliche Probleme müssen ihre Dienste aufgrund der Sparmassnahmen einschränken. So zum Beispiel die Dienste für Drogensüchtige und HIV-Infizierte. Laut Schätzungen eines griechischen Drogenüberwachungszentrums wurde ein Drittel der Hilfsprogramme gestrichen.

Die Folge: Im Jahr 2010 ist die Zahl der HIV-Infektionen, verursacht durch die Injektion von Drogen, stark gestiegen. Das aktuelle Jahr ist mit einer Zunahme der HIV-Infektionen um 52 Prozent auf gutem Weg ein Rekordjahr zu werden.

Der Preis: Gesundheit

Auch im Evangelismos Spital ist man überzeugt, dass die Schuldenkrise den Anstieg der HIV-Infektionen begünstigt hat. Der Mangel an Präventivprogrammen in der Gesellschaft und die Streichung der Gelder für die, die noch existieren, hat sicher seinen Teil dazu beigetragen, sagt Eleni Kokalou, eine Mitarbeiterin des Spitals.

«Das Bild der Gesundheit der Griechen ist besorgniserregend», schreiben die Forscher abschliessend ihn ihrer Studie. Die Bevölkerung ermögliche die Sparmassnahmen mit dem Preis ihrer Gesundheit. Griechenland müsse aufpassen, dass die Schuldenkrise das Land nicht sein grösstes Kapital koste: seine Einwohner. (wid)

Erstellt: 10.10.2011, 17:47 Uhr

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42 Kommentare

Peter Wyss

10.10.2011, 18:28 Uhr
Melden 30 Empfehlung

Ich rate zu gründliche Analyse bevor man solche Publikationen aus der Guardian übernimmt. Von alle EU-Länder leistet sich Griechenland die Höchste Dichte an Anzahl Ärzte pro 1000 Einwohner. (4.6 CH vs 3.6 in Griechenland). Die Korruption im griechischen Gesundheitswesen - Wenn jemand dann behauptet sie haben keine Infrastruktur, um all den Menschen zu helfen stimmt etwas nicht. Antworten


Peter G. Haamans

10.10.2011, 19:09 Uhr
Melden 29 Empfehlung

HIV kommt nicht von eine Krise, HIV bedeutet ungeschuetztes Geschlechtverkehr, dreckige Nadeln, aber nicht eine Staatspleite... Antworten



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