Hamburg schliesst Moschee der New-York-Attentäter

Aktualisiert am 09.08.2010

Der Hamburger Innensenator Christoph Ahlhaus hat am Montag den Deutsch-Arabischen Kulturverein «Taiba» verboten.

Karg gehalten: Taiba-Moschee.

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Neun Jahre nach den tödlichen Flugzeug-Anschlägen vom 11. September 2001 in New York hat die Hamburger Innenbehörde eine Moschee geschlossen, in der sich die Attentäter kennengelernt hatten. Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) hat am Montag den Deutsch-Arabischen Kulturverein «Taiba» verboten, wie die Behörde mitteilte. Auch die ehemalige Al-Quds-Moschee am Steindamm wurde sofort geschlossen, sie heisst inzwischen Taiba-Moschee und wurde von dem Verein getragen.

Laut Verfassungsschutzbericht gilt das Gotteshaus als ein Anziehungspunkt für gewalttätige Islamisten in Hamburg. In der Stadt lebten rund 45 Unterstützer des Jihad, des gewalttätigen Heiligen Krieges, den die Terrorgruppe al-Qaida gegen den Westen führe. Die Stadt hatte mehrfach gewaltbereite Islamisten ausgewiesen.

Im März 2009 hatte sich laut Bericht in der Taiba-Moschee eine Gruppe von elf Islamisten gefunden, die in Terrorcamps nach Afghanistan und Pakistan reisen wollten. Mindestens einer schaffte es dorthin und schloss sich einer Terrorgruppe an, wie es hiess.

Andere Gemeinden halten Abstand von Al Quds

In der damaligen Hamburger Al-Quds-Moschee beteten Mitglieder der Gruppe um den späteren Todespiloten Mohammed Atta regelmässig. Auch der einzige in Deutschland verurteilte Helfer der Attentäter, der Marokkaner Mounir El Motassadeq, ging regelmässig dorthin.

Atta und seine Komplizen hatte am 11. September 2001 in den USA zwei Flugzeuge entführt und in die beiden Türme des World Trade Centers gesteuert. Der Anschlag mit fast 3.000 Toten gilt bis heute als das schlimmste Attentat der al-Qaida. Mehrere Führungsmitglieder der Gruppe hatten sich in Hamburg kennengelernt, wo sie als Studenten gelebt hatten.

Vereinsrechtliches Verbotsverfahren

Die im Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg (Schura) organisierten muslimischen gemeinden distanzieren sich von der Taiba-Moschee. Der Treffpunkt ist in den oberen Stockwerken eines unscheinbaren Geschäfteshauses untergebracht. Am Montagvormittag standen Polizisten vor der Tür.

Nähere Einzelheiten des Verbots wollten Ahlhaus, der Leiter der Anti-Terror-Koordinierungsstelle, Lothar Bergmann, und der stellvertretende Leiter des Hamburger Verfassungsschutzes, Manfred Murck, auf einer Pressekonferenz um 10.30 Uhr in der Innenbehörde mitteilen. Es handele sich um ein vereinsrechtliches Verbotsverfahren gegen den den Arabisch-Deutschen Kulturverein «Taiba» als Trägerverein der heutigen Taiba-Moschee. (sam/dapd)

Erstellt: 09.08.2010, 08:43 Uhr

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