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Hoffen auf Last-Minute-Erfolg: Obama ist eingetroffen

Aktualisiert am 18.12.2009 9 Kommentare

Nachdem die nächtliche Verhandlungsrunde beim Klimagipfel ohne sichtbare Fortschritte beendet worden ist, ruhen die Hoffnungen nun auf Barack Obama: Der US-Präsident ist in Kopenhagen eingetroffen.

Alle Augen auf ihn: Barack Obama in Kopenhagen gelandet.

Alle Augen auf ihn: Barack Obama in Kopenhagen gelandet.
Bild: Keystone

Gelandet: Barack Obama auf dem Kopenhagener Flughafen Kastrup.

Gelandet: Barack Obama auf dem Kopenhagener Flughafen Kastrup. (Bild: Keystone)

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Drei statt zwei Grad

Laut einer internen Rechnung der Vereinten Nationen, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt, lassen die bisher von Industrie- und Entwicklungsländern gemachten Zusagen einen Anstieg der durchschnittlichen Temperatur um drei Grad zu. Jeder Anstieg über zwei Grad kann einem Bericht von UN-Wissenschaftlern zufolge aber zu einem katastrophalen Anstieg des Meeresspiegels, zum Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten sowie zu gravierenden Auswirkungen auf die Landwirtschaft in vielen Ländern führen.

Der Erfolg des Weltklimagipfels in Kopenhagen hängt am seidenen Faden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und rund 30 andere Staats- und Regierungschefs ringen heute Morgen darum, zumindest einen Minimalkonsens in einer politischen Abschlusserklärung zu retten. Ob dies gelingt, ist aber völlig offen. Die Hoffnungen richteten sich auf US-Präsident Barack Obama, der am Morgen in Kopenhagen eingetroffen ist.

Obwohl Merkel und eine Gruppe von Staatschefs aus allen Regionen der Welt bis tief in die Nacht verhandelten, lag bis zum Vormittag kein Textentwurf vor, den alle mittrugen, wie der schwedische Umweltminister Andreas Carlgren sagte. «Nun ist es an den Führern der Welt zu entscheiden», sagte Carlgren. Er machte China und die USA für die Blockade verantwortlich. Die Konferenz geht offiziell am Abend zu Ende.

Letzter Rettungsversuch

Obama sollte am Vormittag zu den Delegierten aus 193 Staaten sprechen und sich aktiv an den Verhandlungen beteiligen. Merkel und zahlreiche andere Regierungschefs hatten bereits am Vorabend nach einem Galadinner bei Königin Margarethe mit dem letzten Rettungsversuch für einen Gipfelerfolg begonnen. Zunächst sah es nach Fortschritten aus. Doch taten sich neue Schwierigkeiten auf, nachdem die Regierungschefs gegen 02.00 Uhr die Ausarbeitung von Details an ihre Experten übergaben.

Der sudanesische Unterhändler Lumumba Di-Aping erhob schwere Einwände gegen die Vorschläge der Top-Politiker: «Es ist schwach. In diesem Text gibt es keine Ambition.» Der chinesische Delegierte Li Junhua sagte: «Es ist eine politisches Statement, aber viel ist es nicht.»

Unter den Delegierten machte sich am Vormittag Pessimismus breit. Selwin Hart aus Barbados zeigte sich tief enttäuscht. «Eine politische Erklärung wird unser Überleben nicht sichern.»

Allerdings war die tatsächliche Lage undurchsichtig, da die Regierungschefs streng abgeriegelt verhandelten. Der deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber sagte im ZDF-Morgenmagazin, trotz der Vertraulichkeit der Spitzengespräche seien Informationen nach aussen gedrungen: «Man hat wahrscheinlich Fortschritte erzielt, was die Formulierung eines Klimaschutzziels angeht, also die berühmten zwei Grad.»

Eine Art Notlösung

Das sogenannte Zwei-Grad-Ziel gehört für Deutschland zu den zentralen Zielen. Merkel versucht zudem, eine verbindliche Vereinbarung über eine Senkung von Klimagasen, über Finanzierungszusagen der Industrie- und Entwicklungsländer und über ein Überprüfungsregime durchzusetzen.

Letztlich wären damit die wichtigsten Ziele vereinbart, die auch in einem neuen UN-Abkommen stehen würden. Die politische Erklärung wäre Überbau und Richtschnur für den eigentlichen Vertrag. Es ist eine Art Notlösung, weil die UN-Texte, die den Kopenhagener Gipfel seit zwei Wochen beschäftigen, immer noch Rohfassungen sind. Alle strittigen Punkte sind in diesen Texten in eckigen Klammern, also ungeklärt.

Schellnhuber sagte, die Industrienationen hätten den Entwicklungsländern erste Zugeständnisse gemacht. «Man hat Fortschritte erzielt, was die Finanzierung betrifft. Die 100 Milliarden sind im Raum, die man bis 2020 jährlich ausgeben möchte, aber es ist noch nicht geklärt, wie es langfristig weitergeht.»

Obamas Kommen sei vor allem für China wichtig, sagte Schellnhuber weiter: «Für die Chinesen ist es besonders wichtig, dass sie auf Augenhöhe verhandeln können. Sonst werden sie sich nicht bewegen. Und der Einzige, den sie auf Augenhöhe sehen, ist Barack Obama.» (bru/ap/sda)

Erstellt: 18.12.2009, 11:09 Uhr

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9 Kommentare

hansruedi zürcher

18.12.2009, 12:27 Uhr
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Kopenhagen oder ein Meeting für nichts..., es ist beängstigend wenn ich sehe was so eine Veranstaltung kostet, wie stark dadurch die Umweld noch mehr belastet wird und was dann dabei heraus kommt. Als Unternehmer sage ich hier einfach: Solche "Kadermitarbeiter" hätte ich schon längst entlassen! Antworten


Patrick Ryf

18.12.2009, 12:05 Uhr
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Der Gipfel der Landesverräter. Ohne ihre Völker zu befragen wird jetzt unter dem Deckmantel des Umweltschutzes eine globale Struktur für die geplante Weltregierung verabschiedet. Die CO2 Steuer ist einerseits eine Steuer um die globale Oekodiktatur zu finanzieren und andererseit um das Geld auszugleichen, dass von den Banker mittels inszenierter Finanzkrise gestohlen wurde. Antworten




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