Hoffnungsschimmer über dem Krisenherd
Aktualisiert am 26.01.2012 6 Kommentare
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Griechenland und seine privaten Geldgeber ringen weiter um einen Kompromiss zum geplanten Schuldenschnitt für das Land. Der Chef des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara, traf am Donnerstagabend mit Regierungschef Lucas Papademos und Finanzminister Evangelos Venizelos zusammen. Dabei habe es «einige Fortschritte» gegeben, sagte ein Sprecher Bankenverbandes am späten Abend.
Die Gespräche sollen den Angaben zufolge am Freitag fortgesetzt werden. Athen sei optimistisch, dass die Verhandlungen über den Schuldenschnitt bis zum Wochenende oder spätestens Anfang kommender Woche abgeschlossen werden können, hiess es aus dem Finanzministerium in Athen.
Zinskompromiss – EU-Gespräche
Streitpunkt sind aber nach wie vor die Zinsen für neue, langfristige Anleihen. Die Banken und andere Gläubiger wollten bislang nicht weniger als vier Prozent im Durchschnitt. Der Internationale Währungsfonds und wichtige EU-Staaten verlangen für die neuen Anleihen dagegen einen Zinssatz von maximal 3,5 Prozent, weil sonst die Last für Griechenland immer noch zu gross sei. Laut griechischen Medien könnten die Verhandlungspartner nun bereit sein, einen Kompromiss bei Durchschnittszinsen von 3,75 Prozent einzugehen.
Wie die «Financial Times Deutschland» berichtet, wollen sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone möglicherweise am Montagabend treffen, um über die Umschuldung Griechenlands und das nächste Hilfsprogramm zu beraten. In der Umgebung von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hiess es laut der Zeitung, ein solches Treffen unmittelbar nach dem regulären EU-Gipfel am Montagnachmittag sei nicht ausgeschlossen. Die Beratungen darüber dauerten an.
Fortschritte bei Euro-Vertragswerken
Ein deutscher Regierungssprecher ging jedoch davon aus, dass am Montag sowohl der von Berlin gewünschte Fiskalpakt für eine bessere Haushaltsdisziplin, als auch der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM verabschiedet werden. Dabei soll Deutschland einige Zugeständnisse gemacht haben.
So soll die Umsetzung der Schuldenbremse nicht so strikt ausfallen, wie ursprünglich gefordert. Und auch dem Klagerecht der EU-Kommission sowie dem Defizitverfahren sollen noch einige Zähne gezogen werden.
Noch einmal bis zu 15 Milliarden Euro für Athen
EU-Währungskommissar Olli Rehn deutete am WEF in Davos an, Griechenland brauche beim zweiten Hilfspaket wohl noch mehr öffentliche Gelder als ursprünglich geplant. Es gehe aber um «nichts Dramatisches» zitiert ihn die «Financial Times Deutschland». Laut der Zeitung könnte es jedoch um 12 bis 15 Milliarden Euro gehen.
Der angestrebte freiwillige Forderungsverzicht der privaten Gläubiger soll Griechenlands Schulden um rund 100 Milliarden Euro drücken. (rub/sda)
Erstellt: 26.01.2012, 23:42 Uhr
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6 Kommentare
Wusstet ihr übrigens, dass Draghi (der EZB Chef) als Chef von Goldman Sachs Europa verwickelt war in den finanziellen Manipulationen, welche Griechenland vornahm, um in die EU einzutreten und er bei den Gesprächen im Zusammenhang seiner Ernennung gelogen hat in Bezug auf seine diesbezügliche Verflechtung. Die Mitglieder des EU Parlaments wurde unvollständig informiert und die Wahl ist fragwürdig. Antworten
Was wäre eingentlich, wenn es den Verbund EU gar nicht gäbe? Was würden dann all die masslos überschuldeten und teilweise nahe am Bankrott stehenden Länder tun? Oder würden sie es ohne EU gar nicht so weit kommen lassen? Die hängen nun doch gerne 'am Tropf' der EU. Antworten
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