Ausland

Holocaust-Leugner Williamson will «Beweise» sehen

Aktualisiert am 07.02.2009

Richard Williamson will seine Zweifel am Holocaust erst revidieren, wenn er «historische Beweise» geprüft habe. Das brauche seine Zeit, sagt der Pius-Bruder – und doppelt mit heiklen Aussagen nach.

Er wolle zunächst die historischen Beweise prüfen, sagte der Engländer dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» nach einer Vorabmeldung von heute. «Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich korrigieren. Aber das wird Zeit brauchen.»

Zugleich erneuerte Williamson dem Blatt zufolge seine Kritik am Zweiten Vatikanischen Konzil. Die Konzilstexte seien zweideutig: «Das führt zu diesem theologischen Chaos, das wir heute haben», wurde er zitiert.

Menschenrechte führen zu antichristlicher Politik

Kritisch steht der Geistliche zu den universellen Menschenrechten: «Wo die Menschenrechte als eine objektive Ordnung verstanden werden, die der Staat durchsetzen soll, da kommt es immer zu einer antichristlichen Politik.» Mit Blick auf die Priesterbruderschaft erklärte Williamson laut «Spiegel», er wolle «unter keinen Umständen die Kirche und die Bruderschaft» weiter beschädigen.

Mitte der Woche hatte der Vatikan auf die immer heftigere Kritik im Fall Williamson reagiert und den Holocaust-Leugner zu einer «unmissverständlichen Distanzierung» aufgefordert. Er könne erst wieder voll in die Kirche aufgenommen werden, wenn er von seinen Positionen zum Völkermord an den Juden abrücke, heisst es in einer am Mittwochnachmittag verbreiteten Erklärung. Zudem müsse sich die ultrakonservative Pius-Bruderschaft zu den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils und aller seither gewählten Päpste bekennen. (oku/ap)

Erstellt: 07.02.2009, 12:16 Uhr


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