Ausland

Startseite · Abo · Immobilien · Job · Auto · Kleinanzeigen

«Ich verzichte nicht auf meine Weiblichkeit»

Die französische Politikerin Rachida Dati gerät oft wider Willen mit ihrem Privatleben in die Schlagzeilen. In einem Gespräch in der Schweiz sagte sie, was daran schuld ist.

1/7 Sie sagt, sie möchte eigentlich nur mit ihrer Politik für Schlagzeilen sorgen - doch dann und wann lässt sie auch ihr Privatleben inszenieren: Rachida Dati mit Kind auf dem Cover einer Klatschzeitschrift.
Bild:

   

Die ehemalige Justizministerin und Ex-Sprecherin von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy weilte an einem Anlass von Auslandfranzosen in Genf. Und gab bei dieser Gelegenheit der welschen Zeitung «Le Matin» ein Interview. In diesem Gespräch wird schnell klar: Die 44-jährige Politikerin, mittlerweile Abgeordnete im Europaparlament, liebt die Öffentlichkeit. Diese interessiert sich aber stets sehr schnell für das Privatleben der attraktiven Dati. Dieses Privatleben würde die Politikerin aber so gerne schützen. Ein ewiges Dilemma, wie es scheint.

Sie hat das schuldige Instrument dafür gefunden, warum Privates so schnell öffentlich wird: «Ich glaube, dass das Internet alles verändert hat. Wenn man etwas sagt, auch leise, dann wird alles wie durch ein Megaphon verstärkt. Ein unwichtiger Satz, den man müde oder gar etwas spöttisch geäussert hat, nimmt dann übertriebene Ausmasse an. Das Interaktive führt zu persönlichen Attacken.»

«Leben der Frauen ist viel komplexer»

Die Tochter aus ärmsten Einwandererverhältnissen – der Vater ein marokkanischer Bauarbeiter, die Mutter eine Analphabetin aus Algerien, ist weiter der Ansicht, dass es für eine Frau mit einem politischen Mandat viel schwieriger sei, daneben das Familienleben zu organisieren. «Das Leben der Frauen ist viel komplexer.» Und: In ihrem Alter (44 Jahre alt ist sie) sei es schwierig, sich zu ändern. So sei sie zum Beispiel wegen ihrer Weiblichkeit angegriffen worden. Doch diese habe sie gar nie verstecken wollen. «Ich verzichte nicht auf meine Weiblichkeit», so Dati. «Man muss akzeptieren, dass Frauen wie Frauen politisieren und nicht die Männer imitieren wollen.»

Der Interviewer spricht Dati auf den Vater ihrer Tochter an, dessen Name sie weiterhin für sich behält. Sie wolle mit ihrer Arbeit im Mittelpunkt stehen, nicht mit ihrem Privatleben. An dieser Stelle des Interviews muss sie sich die Gegenfrage gefallen lassen, warum sie dann kürzlich doch mit ihrer Tochter auf der Titelseite einer Illustrierten posiert hat. Dati weicht aus: «Ich verweigere nicht grundsätzlich ein Interview. Aber wenn man mich befragt, konzentriere ich mich aufs Wesentliche.»

Abgeschirmtes Milieu

Ob sie sich schon mal selbst gegoogelt habe? «Nein, das habe ich noch nie gemacht.» Sie vermeide es, Unangenehmes über sich zu lesen oder zu sehen. Solche Sachen kämen ihr auch nie zu Ohren: «Ich lebe in einem sehr abgeschirmten Milieu.» (sam)

Erstellt: 16.03.2010, 14:48 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

10 Kommentare

André Perret

17.03.2010, 03:17 Uhr
Melden

Aber, aber....Frau Hamilton, Sie sind bereits prominent....Sie werden sogar in der Stahlstadt Hamilton/Ontario (Kanada) gelesen! (auch wenn wahrscheinlich auch nur von mir...lol....oh, well, such is life). Und trotzdem teile ich Ihre Meinung über Frau Dati. Antworten


Bernard Bosson

16.03.2010, 20:03 Uhr
Melden

@Laura Decapitani : "bei einer Frau heissts gleich "die schöne Politikerin.." oder es wird ihr Outfit diskutiert.. unnötig!". Bin 100% einverstanden mit Ihnen. Das Problem ist nur: Auch bei uns gibt es Politikerinnen höchsten Ranges, die ihre physischen Vorzüge gekonnt und sehr medienwirksam in Szene setzen. Ditto bei den Männern. Alphons Egli, Hedi Lang, das war einmal. Antworten


Anna Schweizer

16.03.2010, 16:30 Uhr
Melden

@Werner Hebeisen - und wie stehts mit den zahlreichen Ausrutschern beim männlichen Geschlecht? Und falls es die auch nicht geben hat, wieviele Politiker hat die Welt dann noch? @lisa tschudin - freie Interpretation einer angeblichen zwielichtigen Motivation - und wie wurden denn die Eltern behandelt? Antworten


Laura Decapitani

16.03.2010, 14:46 Uhr
Melden

bei einem männlichen Politiker würde nie seine Männlichkeit (ausser ev. bei Westerwave) oder sein Aussehen diskutiert.. bei einer Frau heissts gleich "die schöne Politikerin.." oder es wird ihr Outfit diskutiert.. unnötig! Antworten


Alfredo Garcia

16.03.2010, 14:38 Uhr
Melden

Hat schon mal irgendjemand auch nur ein Wort über die politischen Leistung von Madame verloren? Antworten


Werner Hebeisen

16.03.2010, 13:33 Uhr
Melden

Nur halbrichtig was Dati erzählt. Sie liebt die Medien über alles. Stellte sichFotografen während Ihrer Zeit als Justizministerin ständig (wegen Kleider und Schuhen) Sicher eine attraktive Frau. Nur andere Prioritäten sind gefragt, einwandfreie Papiere des beruflichen Werdegangs, korrektes Verhalten am Nationalfeiertag, keine Ausrutscher. Die darf es an dieser Position ganz einfach nicht geben ! Antworten


lisa tschudin

16.03.2010, 12:43 Uhr
Melden

viele franzosen empfinden das auftreten von frau dati als arrogant. sie scheint, diese "ihr werdet dafür bezahlen, wie ihr meine eltern behandelt habt"- mentalität zu haben, Antworten


Roland Peter

16.03.2010, 12:27 Uhr
Melden

Politiker sind fast alle gleich, egal welchen Geschlechts. Antworten


rolf kuhnert

16.03.2010, 11:44 Uhr
Melden

so würde ich mir eine Politikerin vorstellen, auch etwas Klatsch gehört halt dazu Antworten


Alexandra Hamilton

16.03.2010, 10:43 Uhr
Melden

Ach ja. Wäre es nicht schön prominent sein zu können, aber ohne diese lästige Öffentlichkeit. Das Leben in der Elite ist eben nicht einfach. Trotzdem Respekt für den Werdegang von Frau Dati. Antworten



Ausland

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

PackEasy Shop Betreuer/in (50 - 80%) Manor AG, Zürich

Leiter/in Pflege und Betreuung 100% TERTIANUM AG Residenz Im Brühl, Zürich

Anwendungsentwickler/in Klinikinformationssystem Phoenix (100%) Zürcher Höhenkliniken Wald & Davos, Faltigberg