«Ich verzichte nicht auf meine Weiblichkeit»
Aktualisiert am 16.03.2010 10 Kommentare
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Die ehemalige Justizministerin und Ex-Sprecherin von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy weilte an einem Anlass von Auslandfranzosen in Genf. Und gab bei dieser Gelegenheit der welschen Zeitung «Le Matin» ein Interview. In diesem Gespräch wird schnell klar: Die 44-jährige Politikerin, mittlerweile Abgeordnete im Europaparlament, liebt die Öffentlichkeit. Diese interessiert sich aber stets sehr schnell für das Privatleben der attraktiven Dati. Dieses Privatleben würde die Politikerin aber so gerne schützen. Ein ewiges Dilemma, wie es scheint.
Sie hat das schuldige Instrument dafür gefunden, warum Privates so schnell öffentlich wird: «Ich glaube, dass das Internet alles verändert hat. Wenn man etwas sagt, auch leise, dann wird alles wie durch ein Megaphon verstärkt. Ein unwichtiger Satz, den man müde oder gar etwas spöttisch geäussert hat, nimmt dann übertriebene Ausmasse an. Das Interaktive führt zu persönlichen Attacken.»
«Leben der Frauen ist viel komplexer»
Die Tochter aus ärmsten Einwandererverhältnissen – der Vater ein marokkanischer Bauarbeiter, die Mutter eine Analphabetin aus Algerien, ist weiter der Ansicht, dass es für eine Frau mit einem politischen Mandat viel schwieriger sei, daneben das Familienleben zu organisieren. «Das Leben der Frauen ist viel komplexer.» Und: In ihrem Alter (44 Jahre alt ist sie) sei es schwierig, sich zu ändern. So sei sie zum Beispiel wegen ihrer Weiblichkeit angegriffen worden. Doch diese habe sie gar nie verstecken wollen. «Ich verzichte nicht auf meine Weiblichkeit», so Dati. «Man muss akzeptieren, dass Frauen wie Frauen politisieren und nicht die Männer imitieren wollen.»
Der Interviewer spricht Dati auf den Vater ihrer Tochter an, dessen Name sie weiterhin für sich behält. Sie wolle mit ihrer Arbeit im Mittelpunkt stehen, nicht mit ihrem Privatleben. An dieser Stelle des Interviews muss sie sich die Gegenfrage gefallen lassen, warum sie dann kürzlich doch mit ihrer Tochter auf der Titelseite einer Illustrierten posiert hat. Dati weicht aus: «Ich verweigere nicht grundsätzlich ein Interview. Aber wenn man mich befragt, konzentriere ich mich aufs Wesentliche.»
Abgeschirmtes Milieu
Ob sie sich schon mal selbst gegoogelt habe? «Nein, das habe ich noch nie gemacht.» Sie vermeide es, Unangenehmes über sich zu lesen oder zu sehen. Solche Sachen kämen ihr auch nie zu Ohren: «Ich lebe in einem sehr abgeschirmten Milieu.» (sam)
Erstellt: 16.03.2010, 14:48 Uhr
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