In Kopenhagen bricht Streit aus
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Bei den Klima-Verhandlungen in Kopenhagen ist es zu einem ersten Konflikt zwischen Industrie- und Entwicklungsländern gekommen. Auslöser ist ein Entwurf des Gastgebers Dänemark für ein politisches Abkommen. Dagegen protestierten arme Länder heftig.
Was in dem Papier steht, berichtet der britische «Guardian»: Die weltweiten Emissionen müssen bis 2050 um «mindestens 50 Prozent» gesenkt werden. Die entwickelten Staaten senken die Emission ihrer Treibhausgase um 80 Prozent.
Die Vertreter der Entwicklungsländer reagieren wütend auf diesen Vorschlag, den sie als zutiefst ungerecht empfinden. 80 Prozent hört sich nach viel an, doch angesichts des heutigen enormen Ungleichgewichts bedeutet das – so rechnet der «Guardian» vor: Im Jahr 2050 emittieren die Industriestaaten pro Kopf doppelt so viel Kohlendioxid wie die Entwicklungsländer.
Der dänische Vorschlag für ein Abschlussdokument bedrohe den Erfolg der Verhandlungen, sagte der sudanesische Delegationschef Lumumba Stanislas Dia-Ping, dessen Land derzeit der G77 vorsitzt, einer Gruppe von mittlerweile 130 Entwicklungs- und Schwellenländern.
Die Entwicklungsländer sind wütend, aber sie bleiben
«Wir können keinem Abkommen zustimmen, das 80 Prozent der Weltbevölkerung zu weiterem Leid und Ungerechtigkeit verurteilt», sagte Dia-Ping. Die Staaten der G77 würden den Verhandlungstisch aber nicht verlassen. «Wir können es uns nicht leisten, dass Kopenhagen scheitert.»
Auch die grossen Schwellenländer China, Indien, Brasilien und Südafrika lehnen solche Verpflichtungen entschieden ab. Besonders die Haltung Chinas löste Kritik aus: Die EU warf dem Land am Mittwoch die Blockade zentraler Themen in der Klimadiskussion vor. Die EU sei enttäuscht, dass es in Kopenhagen nicht erlaubt sei, über zentrale Fragen wie globale geltende Verpflichtungen auf weniger CO2-Emissionen zu diskutieren, sagte der schwedische Chefdelegierte Anders Turesson als Sprecher der EU- Ratspräsidentschaft.
Dänemark warnte davor, dem Dokument zu viel Gewicht beizumessen. Es handle sich nur um ein Arbeitspapier, sagte die dänische Klimaschutzministerin Connie Hedegaard. Auch UNO-Klimasekretär Yvo de Boer versuchte zu schlichten: Das dänische Papier sei lediglich zur Sondierung der Lage gedacht gewesen.
US-Republikaner wollen Obama kontrollieren
Die Uno-Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen verhandelt über ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll. Erst für die Schlussphase in der kommenden Woche haben sich auch mehr als hundert Staats- und Regierungschefs angesagt, darunter auch US-Präsident Barack Obama.
Die Klimapolitik Obamas stösst bei seinen politischen Gegner im eigenen Land auf zunehmenden Widerstand: Republikanische US-Abgeordnete kündigten an, sich in Kopenhagen Obamas Klimapolitik entgegenstellen zu wollen.
Obama verspricht Reduktion
Die USA hätten viel «Glaubwürdigkeit» verloren, als der damalige Vize-Präsident Al Gore 1997 im japanischen Kyoto Versprechungen gemacht habe, von denen «er wusste, dass sie nie vom Kongress verabschiedet werden konnten», sagte der Abgeordnete James Sensenbrenner. Obama solle sich deshalb bei möglichen Zusagen für ein neues Klima-Abkommen zurückhalten.
Obama hat angekündigt, den CO2 der USA bis 2020 um 17 Prozent im Vergleich zu 2005 senken. Der US-Kongress wird jedoch erst im Frühjahr über das Vorhaben abstimmen. Das Kyoto-Protokoll hatten die USA nie ratifiziert, weil der Kongress seine Zustimmung verweigerte.
(oku/sda)
Erstellt: 09.12.2009, 19:48 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



