Joe Ackermann auf Liste der Plagiatsjäger
Aktualisiert am 12.05.2011 54 Kommentare
Artikel zum Thema
- «Die Doktorarbeit ist mir über den Kopf gewachsen»
- Plagiatsaffäre bringt deutsche Politikerin zu Fall
- Anklage gegen Guttenberg wird wahrscheinlicher
- Tochter von Stoiber ein Guttenberg
- Die Jagd nach Plagiaten
- «Eine Politsatire, die immer bizarrer wird»
- Ein Interview erregt die Gemüter
- Guttenberg rechnet mit Universität Bayreuth ab
Guttenberg-Affäre
Plagiatsjäger für Grimme-Awards nominiert
25 innovative Internetseiten sind für die Endrunde der diesjährigen Grimme Online Awards nominiert worden. In der Kategorie «Spezial» wurde die Internetseite «Guttenplag-Wiki» nominiert, wie das Grimme-Institut mitteilte. Auf der Website hatten mehrere Tausend Freiwillige die Plagiate in der Dissertation des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) dokumentiert und diskutiert. Die Dokumentation dieser Plagiate sei Anlass für intensive Medienberichterstattung und öffentliche Diskussionen gewesen. (vin/dapd)
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Nach Karl-Theodor zu Guttenberg hat am Mittwoch auch Silvana Koch-Mehrin, FDP-Politikerin im Europaparlament, wegen einer Plagiatsaffäre alle politischen Ämter niedergelegt und den Doktortitel verloren. Fast gleichzeitig wurde Veronica Sass, Tochter von Edmund Stoiber, Ex-Ministerpräsident Bayerns, die Doktorwürde aberkannt. Es waren im Wesentlichen Plagiatsjäger im Internet, die Guttenberg, Koch-Mehrin und Sass zu Fall gebracht haben. Und die Online-Aktivisten wollen weitermachen, wie «Spiegel online» berichtet.
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die eine Dissertation verfassten, müssen zittern, falls ihre Arbeiten nicht den wissenschaftlichen Standards entsprechen. Sie könnten ins Visier der Plagiatsjäger geraten. Diese veröffentlichen ihre Ergebnisse auf Webseiten wie «Guttenplag-Wiki», «Vroniplag-Wiki» oder «Plagipedi-Wiki».
Vorschläge für Überprüfungen
Plagipedi-Wiki hat eine Liste von 200 Doktorarbeiten zusammengestellt, die zur Überprüfung vorgeschlagen werden. Die Verfasser der Dissertationen sind Prominente aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kirche – von Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, über Kanzlerin Angela Merkel und Joseph Ratzinger respektive Papst Benedikt XVI. bis zu Einwanderungskritiker Thilo Sarrazin und Grünen-Politiker Jürgen Trittin. Bei den Politikern ist das ganze Parteienspektrum vertreten. Auch mehrere Mitglieder der deutschen Regierung sind aufgeführt – neben der Kanzlerin auch Finanzminister Wolfgang Schäuble, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Aussenminister Guido Westerwelle.
Auf der Liste ist auch Andreas Fischer-Lescano, der Rechtswissenschaftler der Universität Bremen, der als erste Person den Plagiatsvorwurf gegen Guttenberg geäussert hatte. Unter den 200 Dissertationen befindet sich auch die Arbeit «Die Klein-AG der Schweiz», die vom früheren österreichischen Finanzminister Karl-Heinz Grasser verfasst wurde. Die Arbeit der Plagiatsjäger steht erst am Anfang. Die Einträge zu einzelnen Namen sind rudimentär. Bisher liegen nur vage Verdächtigungen gegen diese Prominenten vor.
Vorverurteilung von umstrittenen Personen?
Bei solchen Personenlisten, die an einen Pranger erinnern und wie Vorverurteilungen wirken, stellt sich die Frage, was die Motivation der anonymen Plagiatsjäger sein könnte. «Die Idee dahinter ist keinesfalls die Unterstellung, dass es sich bei den gelisteten Arbeiten um Plagiate handelt, sondern es ist der Versuch einer öffentlichen Dokumentation in Form einer Datenbank», heisst es auf der Webseite Plagipedi-Wiki.
Dennoch: «Einige Plagiatsjäger scheint eher die Abneigung gegen bestimmte Personen und Posten anzutreiben als ein unvoreingenommener Erkenntniswille», schreibt «Spiegel online» zu Recht. Zum Teil werde die Unschuldsvermutung umgekehrt. Und weiter: «Der Generalverdacht ist ein Problem der Plagiatsjäger.» (vin)
Erstellt: 12.05.2011, 16:37 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
54 Kommentare
Wenn ich eine Doktorarbeit geschrieben hätte und prominent wäre, würde ich meine Arbeit freiwillig überprüfen lassen. Wenn die Leute von Plagipedia bereit sind, gratis meiner Arbeit einen Qualitätsstempel zu vergeben, wieso darauf verzichten? Apropos Generalverdacht: Es ist wohl nicht zuviel verlangt, dass die im Artikel genannten Leute etwas höheren moralischen Ansprüchen genügen sollten. Antworten
Ausland
- 11:17Plant Berlusconi einen Anlauf mit neuer Partei?
- 06:36Mob wirft Steine auf Präsidentschaftskandidaten
- 06:23Unterstützte der Bieler Gymnasiast eine Terrorgruppe?
- 23:08Grosser Andrang vor ägyptischen Wahllokalen
- 21:28«Dieses Ungleichgewicht zerstört die Europäische Union»
- 19:31Weil er die Spur zu Osama bin Laden legte: Arzt muss ins Gefängnis
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Bitte warten



