Ausland

Kaczynskis Leiche geborgen

Aktualisiert am 10.04.2010

Nach dem Absturz der polnischen Präsidentenmaschine über Russland laufen die Arbeiten der Ermittler auf Hochtouren.

1/13 Der polnische Präsident Lech Kaczynski wollte eine Gedenkfeier im russischen Smolensk besuchen. Beim Landeanflug zerschellte die Regierungsmaschine.
Bild: Reuters/Reuters

Polens Präsident stirbt bei einem Flugzeugabsturz

   

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Wie die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Samstag unter Berufung auf Sicherheitskräfte vor Ort berichtet, wurde die Leiche von Staatschef Lech Kaczynski geborgen. Inzwischen hat sich auch US-Präsident Barack Obama zu Wort gemeldet. Er hat den Tod Kaczynskis als einen schlimmen Verlust für Polen und die Welt bezeichnet. Wie das Weisse Haus am Samstag in Washington mitteilte, übermittelte Obama Ministerpräsident Donald Tusk telefonisch sein tiefes Mitgefühl.

Kaczynski und Dutzende weitere Mitglieder seiner offiziellen Staatsdelegation sind am Samstag bei einem Flugzeugabsturz in Russland ums Leben gekommen. Keiner der 96 Insassen der Regierungsmaschine überlebte das Unglück, wie die russischen und polnischen Behörden mitteilten. Die Tupolew Tu-154 stürzte bei dichtem Nebel kurz vor der Landung am Flughafen der westrussischen Stadt Smolensk in einem Waldstück ab.

Politische Elite ausgelöscht

An Bord waren neben Kaczynski und seiner Frau unter anderen der polnische Notenbankchef Slawomir Skrzypek, Generalstabschef Franciszek Gagor, der Vizeaussenminister Andrzej Kremer und der stellvertretende Parlamentspräsident Jerzy Szmajdzinski. Die ranghohe Delegation war unterwegs zu einer Gedenkfeier zu Ehren tausender Polen, die vor 70 Jahren in Smolensk, Katyn und weiteren Städten vom sowjetischen Geheimdienst NKWD ermordet wurden.

Nach Angaben des Gouverneurs von Smolensk, Sergej Anufrijew, kollidierte das Flugzeug vor Erreichen der Landebahn mit mehreren Bäumen. «Niemand hat die Katastrophe überlebt», sagte Anufrijew dem staatlichen Nachrichtensender Rossija-24. Der Sender zeigte Aufnahmen der weit verstreuten Flugzeugtrümmer in einem Waldstück, in dem mehrere Brände ausgebrochen waren.

Maschine generalüberholt

Die Unglücksmaschine war 26 Jahre alt. Sie wurde im vergangenen Dezember in einem Flugzeugwerk in Russland generalüberholt, wie der Direktor des Awiakor-Werks in Samara, Alexej Gusew, dem Sender Rossija-24 sagte.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew kondolierte der Regierung in Warschau und dem polnischen Volk. Russland teile die tiefe Trauer der Polen, hiess es in einer Erklärung auf der Webseite des Kremls. Der Präsident sicherte den polnischen Behörden eine enge Zusammenarbeit bei der Aufklärung des Unglücks zu. Ministerpräsident Wladimir Putin soll die Aufsicht über die Ermittlungskommission haben.

Sondersitzung in Warschau

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk rief sein Kabinett zu einer Sondersitzung zusammen. Die Flaggen in Warschau wurden auf Halbmast gesetzt, vor dem Präsidentenpalast legten Bürger Blumen nieder und entzündeten Kerzen. Tusk hatte am Mittwoch mit seinem russischen Kollegen Putin in Katyn an einer Gedenkfeier für die Opfer des Massenmordes dort teilgenommen. (cpm/sda)

Erstellt: 10.04.2010, 16:39 Uhr

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