Katalonien verbietet den Stierkampf
Aktualisiert am 28.07.2010 10 Kommentare
Der Stierkampf - Kult oder Tierquälerei?
Madrid Für die einen ist es sadistische Tierquälerei, für die anderen ein Kunstgenuss voller Eleganz und Ästhetik: Der Stierkampf ist vor allem in Spanien, Portugal und Südfrankreich, aber auch in Mittel- und Südamerika beliebt.
Die spanische Form («corrida de toros») endet mit dem Tod des Tieres in der Arena. In Portugal stirbt das Tier nach der «Tourada» im Schlachthaus. In Südfrankreich gibt es den unblutigen «Prix de la cocarde», bei dem die Kämpfer dem Stier Papierblumen entreissen, die er zwischen den Hörnern trägt.
Unblutige Stierkämpfe gab es schon im antiken Kreta, auch in Rom waren sie ein beliebtes Spektakel. In der heutigen Form entwickelte sich der Schaukampf aber auf der Iberischen Halbinsel.
Die Mauren aus Nordafrika, die Andalusien im 8. Jahrhundert erobert hatten, machten aus dem von den Westgoten praktizierten Kampf eine an Festtagen abgehaltene ritualisierte Aufführung. Dabei kämpfte der Reiter gegen Stiere und tötete sie. Im Mittelalter war der Stierkampf zu Pferde ein beliebter Sport der Aristokratie.
Die moderne «Corrida» entwickelte sich im 18. Jahrhundert. Der Kampf beginnt mit einem feierlichen Einzug der Toreros und seiner Helfer in die Arena. Zunächst wird der Stier mit einem roten Umhang gereizt und durch die Kampfbahn gejagt.
Im Lanzenkampf versucht der berittene «Picador», den Stier zwischen die Schulterblätter zu stechen. Dann stossen drei «Banderilleros» mit Widerhaken und Bändern versehene Spiesse in den Nacken des Stiers. Zuletzt tötet der Matador das Tier mit einem gezielten Degenstoss. (sda)
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Nach einer emotional geführten Debatte am Mittwoch entschieden sich die Abgeordneten des Parlaments in Barcelona am Mittwoch mit 68 zu 55 Stimmen gegen den Stierkampf, neun Parlamentarier enthielten sich. Es ist das erste Verbot seiner Art auf dem spanischen Festland.
Damit verschwinden Stierkämpfe ab 2012 aus der wohlhabenden Region im Nordosten, in der zehn Prozent der insgesamt 46 Millionen Spanier leben. Die letzte noch verbliebene Stierkampfarena in Barcelona wird geschlossen. Dort fanden 15 Kämpfe pro Jahr statt, die Arena war selten ausverkauft.
Nein zu Stierkampf ist nicht Nein zu Spanien
Ein Sprecher der gemässigten Partei Konvergenz und Union (CiU), Josep Rull, hatte vor der Abstimmung gesagt, ein Nein zum Stierkampf zeuge nicht von einer antispanischen Gesinnung, wie Befürworter gerne unterstellten. Er verwies auf das englische Fuchsjagd-Verbot: «Wurde damit etwa englischen, britischen und schottischen Traditionen eine Absage erteilt? Wohl kaum.» Tierschützer hoffen, dass auch andere spanische Regionen nachziehen werden.
Als erste Region hatten die Kanarischen Inseln 1991 den Stierkampf verboten. Die Zahl der Kämpfe ist in ganz Spanien in den vergangenen Jahren auf rund 1000 pro Saison gesunken. Grund dafür sind auch geringere Steuereinnahmen, die örtliche Regierungen dazu veranlassen, die Subventionen für Stierkämpfe in Kleinstädten zu kürzen. Stattdessen müssen die Stadträte Geld in Schulen, soziale Programme und Strassenausbesserungen investieren. (mt/dapd/)
Erstellt: 28.07.2010, 13:43 Uhr
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10 Kommentare
Ich wohne seit 34 Jaren In Spanien(Valencia),doch niemals war es mir eingefallen an einem Stierkampf teilzunehmen.Es ekelt mich an ,Tiere leiden zu sehen,auch in Fernsehen schaue ich mir die Direktübertragungen nicht an.Herr Schuster waren sie schon ein mal auf einer Granja de Toros?Das Leben ist gar nicht so toll für die Stiere,wie sie annehmen.Bravo Cataluña. Antworten
Gratuliere zum Beschluss! Hoffe, dass nach und nach der Stierkampf in allen Gegenden von Spanien verboten wird. Es gibt Traditionen, die sinnvoll sind und gepflegt werden sollen. Andere nicht, der Stierkampf ist so eine überholte und grausame Tradition. Schluss damit! Antworten

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Sibylle Weiss
Na ENDLICH;dies war vielleicht eine Zangengeburt, bis man diese unsägliche Tierquälerei für nichts und wieder nichts verboten hat. Wurde aber so langsam ZEIT!!! Antworten