Leiche von Ceausescu exhumiert: Einschusslöcher in der Jacke

In Bukarest sind die sterblichen Überreste des früheren rumänischen Herrschers Nicolae Ceausescu ausgegraben worden. Es soll untersucht werden, ob es sich bei der Leiche tatsächlich um den Diktator handelt.

Kurz nach der Erschiessung: 1989 zeigt das rumänische TV die Leiche von Nicolae Ceausescu in Targoviste.

Kurz nach der Erschiessung: 1989 zeigt das rumänische TV die Leiche von Nicolae Ceausescu in Targoviste. Bild: Keystone

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Im Beisein des Schwiegersohnes, Mircea Opran, wurden die Särge von Nicolae Ceausescu und seiner Frau Elena auf dem Militärfriedhof Ghencea geöffnet. Mittels DNA-Tests soll herausgefunden werden, ob es sich bei den Toten wirklich um die Ceausescus handelt. Opran ist der Mann der verstorbenen Tochter des Paares, Zoe.

Auf dem Friedhof der rumänischen Hauptstadt Bukarestsagte Opran vor Journalisten, er erkenne die Jacke seines Schwiegervaters wieder, die er während seiner Hinrichtung getragen habe. «Sie hat Löcher, ebenso wie die Hose», sagte er. Bei den Löchern handle es sich um Einschusslöcher durch die Erschiessung.

«Ich neige fast dazu, zu glauben, dass das hier meine Schwiegereltern sind», sagte Opran. «Aber ich kann nicht hundertprozentig sicher sein, bevor die DNA-Tests nicht gemacht wurden.» Mit dem Ergebnis wird erst in einigen Monaten gerechnet.

Feuer auf friedliche Demonstranten eröffnet

Ceausescu war im Winter 1989 durch einen Volksaufstand gestürzt worden. Am 21. und 22. Dezember 1989 waren in Bukarest 48 Menschen gestorben, als die rumänische Armee und der Geheimdienst Securitate das Feuer auf friedliche Demonstranten eröffneten. Tausende Menschen wurden verletzt, festgenommen und gefoltert.

Ceausescu und seine Frau Elena versuchten am 22. Dezember zu fliehen, wurden aber gefasst, zum Tode verurteilt und am 25. Dezember erschossen.

Die Behörden hatten damals erklärt, die Ceausescus seien auf dem Ghencea-Friedhof begraben worden. Nach Angaben von Zeugen wurden die beiden in einer nächtlichen Aktion unter Kreuzen mit falschen Namen begraben, weil die Behörden Grabschändungen fürchteten. (bru/sda)

(Erstellt: 21.07.2010, 11:33 Uhr)

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