Medwedew rechnet mit der Sowjetunion ab
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Kurz vor dem 65. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg bezeichnete Medwedew die Sowjetunion als totalitär und Stalin als Massenverbrecher.
Die Sowjetunion sei ein «sehr komplizierter Staat» gewesen, sagte Medwedew gegenüber der Zeitung «Iswestija». «Wenn wir ehrlich sind, kann das damals in der Sowjetunion geschaffene Regime nicht anders als totalitär bezeichnet werden».
Diktator Joseph Stalin habe «Verbrechen in grosser Zahl» an seinem Volk begangen. Zwar habe es Erfolge unter seiner Herrschaft gegeben, «was seinem eigenen Volk angetan wurde, kann aber nicht verziehen werden».
Putin war anderer Meinung
Es war das erste Mal, dass sich Medwedew in seinen zwei Jahren als Präsident derart deutlich über die Sowjetunion äusserte. Medwedews Vorgänger, der heutige Ministerpräsident und ehemalige KGB-Agent Wladimir Putin, hatte 2005 in einer Rede an die Nation gesagt, der Zusammenbruch der Sowjetunion sei die «grösste geopolitische Katastrophe» des 20. Jahrhunderts gewesen.
Am Sonntag findet in Moskau die jährliche Parade zum Sieg über Hitler-Deutschland statt. Daran nehmen 10'000 russische sowie Soldaten aus Grossbritannien, Frankreich, Polen und den USA teil.
Volk gewann den Krieg
Medwedew sagte der Zeitung, der «grosse vaterländische Krieg wurde von unserem Volk gewonnen, nicht von Stalin oder seinen Generälen». Berichten zufolge verhinderte der Kreml Pläne des Moskauer Bürgermeisters Juri Luschkow, zur Parade Plakate von Stalin in der Hauptstadt aufzuhängen.
Die Bewertung des 1953 gestorbenen Stalins ist in der russischen Öffentlichkeit umstritten. Während die einen ihn vor allem als Bezwinger Nazi-Deutschlands sehen, verweisen Historiker und Menschenrechtsorganisationen auf die Ermordung von Millionen Menschen unter seiner fast drei Jahrzehnte dauernden Herrschaft. (jak/sda)
Erstellt: 07.05.2010, 13:15 Uhr
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