Mit voller Kraft gegen die Raucher

Von Norbert Raabe. Aktualisiert am 04.05.2010 49 Kommentare

Aschenbecherverbot, Geldstrafen, Raucher-Jäger und öffentliche Prozesse gegen Prominente: Die EU will im Kampf gegen den blauen Dunst rabiat und flächendeckend durchgreifen.

Im Konflikt mit dem Gesetz: Helmut Schmidt, Deutschlands beliebtester Ex-Kanzler, raucht Kette – gerne auch in öffentlichen Gebäuden.

Im Konflikt mit dem Gesetz: Helmut Schmidt, Deutschlands beliebtester Ex-Kanzler, raucht Kette – gerne auch in öffentlichen Gebäuden.
Bild: Keystone

Wie die Zeitungen FAZ, «Bild» und andere Medien auf ihren Webseiten berichten, enthält das Dossier zahlreiche Empfehlungen, denen nicht nur die zuständigen Minister der Mitgliedsstaaten zugestimmt haben, sondern jüngst auch das Europäische Parlament. Ziel der Vorschriften, die von den einzelnen Nationen umgesetzt werden sollen, sei eine «zu 100 Prozent rauchfreie Umgebung», wie es heisst.

Verstösse gegen das Rauchverbot in öffentlichen Räumen sollen mit Geldstrafen geahndet werden, die laut der EU hoch genug sein sollten, um eine abschreckende Wirkung zu entfalten. Unternehmen, die den Vorschriften nicht folgen, soll neben solchen Bussen sogar der Entzug der Geschäftserlaubnis drohen.

Hinaus mit allen Aschenbechern

Um die Einhaltung der Gesetze zu gewährleisten, empfiehlt die EU sogenannte lokale Inspektoren oder Durchsetzungsbeauftragte, deren Kontrollen nicht nur flächendeckend erfolgen sollen, sondern auch unangemeldet. Neben den eigentlichen Glimmstengel-Konsumenten könnte diese «Raucherpolizei» auch Firmen und Behörden ins Visier nehmen, die nicht sämtliche Aschenbecher aus ihren Gebäuden entfernen.

Schauprozesse gegen Prominente?

Um der Öffentlichkeit den politischen Willen der EU zu demonstrieren, wird sogar erwogen, speziell Prominente ins Visier zu nehmen. Für den Fall, dass Schauspieler, Musiker oder Politiker trotz des Verbots rauchen, sollen die Behörden «ihre Entschlossenheit und die Ernsthaftigkeit der Rechtsvorschriften unter Beweis stellen», zitiert die Webseite des «Expresses» die EU. Nämlich, «indem sie mit rigorosen und zügigen Massnahmen reagieren und dabei die grösstmögliche öffentliche Aufmerksamkeit erregen».

Rauch soll nicht messbar sein

Ziel der geplanten Vorschriften ist laut der EU, dass alle Arbeitsplätze in geschlossenen Räumen rauchfrei sind, ebenso geschlossene öffentliche Räume – und auch solche Orte, die teilweise im Freien liegen. Die Atemluft soll laut der «Bild»-Zeitung künftig so beschaffen sein, dass Tabakrauch weder gerochen noch gesehen, gespürt oder gemessen werden kann.

Für Raucher, die von ihrer Sucht nicht lassen können, bietet das Dokument nur einen winzig kleinen Trost: Die strenge und öffentlichkeitswirksame Strafverfolgung soll erst erfolgen, nachdem eine «sanfte Einführungsphase» der Anti-Raucher-Gesetze abgeschlossen ist. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.05.2010, 09:35 Uhr

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49 Kommentare

Reto Sollberger

28.01.2010, 10:53 Uhr
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Gelinde gesagt: man kanns auch übertreiben... Antworten


Peter ess

28.01.2010, 12:29 Uhr
Melden

Als ich 15 war habe ich mit dem Rauchen im Schulhof angefangen und habe dann mit 48 aufgehört. Ich geniesse es. Antworten



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