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Neue Ganzkörperscanner zeigen keine intimen Details

Aktualisiert am 30.12.2009 36 Kommentare

In den Niederlanden werden bald alle Flugpassagiere mit Körperscannern kontrolliert. Experten sind sich dabei sicher: Die Intimsphäre der Reisenden wird nicht verletzt, auch dank neuster Technologie.

Unkenntlich gemacht: Scanner-Bild (links) und anonymisiertes Computerbild.

Unkenntlich gemacht: Scanner-Bild (links) und anonymisiertes Computerbild.
Bild: airliners.de

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Drei Techniken

Mehr Sicherheit im Luftverkehr sollen Kontrollen durch die so genannten Körperscanner gewährleisten. Doch die Methode ist umstritten. Datenschützer haben Bedenken, Strahlenschutzexperten auch.

Was passiert genau, wenn ein Flugpassagier durch einen solchen Scanner läuft? Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beschreibt drei unterschiedliche Technologien:

Röntgenstrahlung:

Bei dieser Methode wird mit Hilfe von Röntgenstrahlung ein Bild produziert. Aus Gründen des Strahlenschutzes lehnt das BfS dies ab. Es hält den Einsatz von Röntgentechnik im Bereich der Sicherheit für «nicht gerechtfertigt», weil sie den Körper zu stark belastet und alternative Verfahren ohne Strahlenbelastung zur Verfügung stünden.

Terahertzstrahlung:

Diese Technologie produziert ein Bild, indem die Wärmeabgabe des Körpers wiedergegeben wird. Der Körper gibt sogenannte Terahertzstrahlung ab. Das ist Strahlung in einem Frequenzbereich, der zwischen dem der Mikrowellenstrahlung und der Infrarot-Strahlung (Wärmestrahlung) liegt.

Die Terahertzstrahlung kann in Bilder umgewandelt werden, die die Umrisse des Körpers dreidimensional abbilden. Trägt jemand eine Waffe oder andere verdächtige Gegenstände am Körper, würden sich deren Umrisse auf einem solchen Bild abzeichnen, weil die Terahertzstrahlung nicht oder nur abgeschwächt durch einen Gegenstand dringen kann.

Zweifache Terahertzstrahlung:

Diese dritte Technologie ähnelt der zweiten: Ein Scanner zeichnet die Terahertzstrahlung auf. Gleichzeitig bestrahlt der Scanner den Körper im selben Frequenzbereich, um den Bildkontrast zu erhöhen. Obwohl bisher keine genauen wissenschaftlichen Informationen über Wirkungen durch solche Strahlen im menschlichen Körpers vorliegen, wird laut BfS davon ausgegangen, dass die Höhe der Belastung sehr gering sein wird.

Nach dem versuchten Anschlag auf ein Flugzeug in Detroit läuft eine heftige Debatte über die Einführung von Nacktscannern. Diese Geräte, die mithilfe der sogenannten Millimeter-Wave-Technik versteckte Gegenstände wie Bomben, Pistolen oder Messer sichtbar machen, sind umstritten: Wegen einer neuen Software kann sich der deutsche Innenminister Thomas de Maizière mittlerweile vorstellen, diese Geräte einzusetzen, ohne den Datenschutz zu verletzen. Die EU betont jedoch, Passagiere dürften nicht gezwungen werden, sich scannen zu lassen. Kritisiert wird in erster Linie, dass die Scanner die Intimsphäre der Reisenden verletze, da der Körper unter der Kleidung plastisch abgebildet werde und sogar Genitalien erkennbar seien.

Kritiker betonen zudem, Gegenstände oder Substanzen, die zum Beispiel im Mund oder im Anus versteckt sind, könnten auch mit den Scannern nicht entdeckt werden. Die Niederlande haben trotzdem beschlossen, an ihren Flughäfen bald alle Reisenden mit Körperscannern zu kontrollieren. «Ich würde mich selbst dazu entscheiden und davon Gebrauch machen», sagte Justizminister Hirsch Ballin. Die Durchleuchtung sei «absolut diskret».

Neue Technologie schützt Intimsphäre

In der Tat: Die Vorstellung, dass Körperscanner «Nacktbilder» liefern, ist veraltet, wie «airliners.de» schreibt. Laut dem deutschen Branchenportal gibt es inzwischen Software, die ein Oberflächenbild ohne intime Details zeigt. Solche Geräte der neusten Generation würden bereits in Amsterdam, Moskau, Zürich, London sowie in vielen US-Städten getestet. Die Technologie funktioniert wie folgt: Der Computer erstellt ein anonymisiertes Computerbild der durchleuchteten Person. Sobald ein gefährlicher Gegenstand am Körper ermittelt wird, gibt er eine Warnmeldung ab. Die betreffende Person wird dann – wie bislang bei den Metalldetektoren – einer Leibesvisitation unterzogen.

Auch bei älteren Körperscannern (mit realistischen Bildern) wird darauf geachtet, dass die Intimsphäre der Passagiere nicht verletzt wird. Die Person, die die Reisenden kontrolliert, bekommt die Bilder selber nie zu Gesicht. Derjenige Sicherheitsbeamte, der sich die Körperscans auf dem Monitor anschaut, hat wiederum keinen Kontakt mit den Passagieren: Er sitzt abseits in einem gesicherten Raum und hat per Funk Kontakt mit den Beamten beim Scanner. Zudem werden die Gesichter automatisch unkenntlich gemacht und die Bilder weder gespeichert noch ausgedruckt. (cha)

Erstellt: 30.12.2009, 17:21 Uhr

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36 Kommentare

Stefan Meier

30.12.2009, 16:23 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Kürzlich flog ich von Berlin nach ZRH. Vor mir eine verschleierte Frau, die wollte man kontrollieren, doch sie schüttelte energisch den Kopf - und man liess sie durch (!). So lange man bereit ist, aus lauter falscher politischer Korrektheit den Muslimen alle Sonderrechte zu gewähren, so lange werden Nacktscanner nur bei denen eingesetzt, die ohnehin keine Gefahr darstellen. Antworten


Lina Roce

30.12.2009, 16:51 Uhr
Melden 1 Empfehlung

"Die Intimsphäre der Reisenden wird nicht verletzt" - Glauben kann man das, oder auch nicht. Ich tus nicht. Antworten



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