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«Niemals werde ich Ihnen das vergessen»

Aktualisiert am 03.11.2009 7 Kommentare

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den USA in einer bewegenden Rede vor dem US-Kongress für ihre Hilfe zum Fall der Mauer vor 20 Jahren gedankt. Sie wurde mehrfach von stehenden Ovationen unterbrochen.

«Einen besseren Partner als Amerika gibt es für Europa nicht»: Angela Merkel vor dem US-Kongress.

«Einen besseren Partner als Amerika gibt es für Europa nicht»: Angela Merkel vor dem US-Kongress.
Bild: Keystone

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Quelle: Reuters.

Die Ehre eines Auftritts vor beiden Kammern des Parlaments hatte bisher als einziger Bundeskanzler Konrad Adenauer im Jahr 1957. Merkel hatte den Termin für die Rede bewusst in die Woche vor dem 20. Jahrestag des Mauerfalls gelegt. In teils emotionalen Passagen erinnerte die Physikerin dabei auch an ihr eigenes Schicksal als DDR-Bürgerin und ihre damalige Sehnsucht nach Freiheit und ihre Begeisterung für die USA. «Niemals werden wir - werde ich ganz persönlich - Ihnen das vergessen», sagte Merkel im Hinblick auf die US-Hilfe zum Fall der Mauer vor 20 Jahren.

Sie erzählte, wie sie sich als Teenager für eine bestimmte Jeans-Marke interessierte, die ihr ihre Tante aus dem Westen schickte. Und sie erzählte, wie sie sich ein Bild von den USA aus Büchern machte, die Verwandte über die innerdeutsche Grenze schmuggelten. «Ich habe mich begeistert für den American Dream: Die Möglichkeit für jeden Erfolg zu haben, durch eigene Anstrengung es zu etwas zu bringen.»

Solidarität mit Israel bekräftigt

Am meisten Applaus erhielt Merkel für ihre Ausführung über den Atomstreit mit dem Iran. «Eine Atombombe in der Hand des iranischen Präsidenten, der den Holocaust leugnet und Israel das Existenzrecht abspricht, darf es nicht geben», sagte sie, und drohte Teheran erneut mit einer deutlichen Verschärfung von Sanktionen. «Wer Israel bedroht, bedroht auch uns.»

Ihr Plädoyer für ehrgeizige Klimaschutzziele traf dagegen auf gespaltene Reaktionen. «Wir alle wissen: Wir haben keine Zeit zu verlieren. Wir brauchen eine Einigung auf der UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen», sagte sie. Zentrales Ziel müsse es sein, die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Ein Abrücken davon wäre «unvernünftig» und würde auch Chancen auf neue Arbeitsplätze in der Umwelttechnologie gefährden. Den USA kommen bei den Verhandlungen in Kopenhagen als führende Industrienation eine entscheidende Rolle zu. Der US-Senat konnte sich bisher zu keinerlei Festlegungen auf Klimaschutzziele durchringen.

Bekenntnis zu Afghanistan-Einsatz

Forderungen aus den USA nach mehr deutschen Soldaten in Afghanistan konterte Merkel mit dem Hinweis, dass Deutschland dort bereits das drittgrösste Truppenkontingent stelle. Sie warb für das Konzept der «vernetzten Sicherheit» aus zivilem und militärischem Engagement und sagte, das Ziel müsse eine «Übergabestrategie in Verantwortung» sein. Dieser Plan müsse auf einer UN-Konferenz Anfang 2010 entwickelt werden. «Deutschland stellt sich dieser Verantwortung», sagte die Kanzlerin.

Sie bekannte sich klar zur transatlantischen Partnerschaft. «Einen besseren Partner als Amerika gibt es für Europa nicht. Und einen besseren Partner als Europa gibt es für Amerika nicht.» Nicht nur die gemeinsame Geschichte und gleiche Interessen hielten beide zusammen, sondern gemeinsame Werte, also der Glaube an die Würde des Menschen sowie die «Freiheit in Verantwortung».

Kurzes Treffen mit Obama

Vor ihrer Rede hatte Merkel für eine gute halbe Stunde US-Präsident Barack Obama im Weissen Haus getroffen. Obama würdigte die deutsch-amerikanischen Beziehungen als «ausserordentliche Säule der transatlantischen Beziehungen». Nach Merkel wird schon am Mittwoch und Donnerstag der neue Aussenminister Guido Westerwelle (FDP) zu seinem Antrittsbesuch in Washington erwartet. (bru/ap)

Erstellt: 03.11.2009, 19:51 Uhr

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7 Kommentare

walter baur

04.11.2009, 09:05 Uhr
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Bravo! Fr. Merkel nennt hier Fakten, die sich alle einmal zu Herzen nehmen können. Vorallem unsere ewigen USA-NÖRGLER, die ausser gebildetem Geschätz nichts zustande bringen. Antworten


Roger Wietlisbach

04.11.2009, 10:04 Uhr
Melden

Angela Merkel hat sich als grosse Persönlichkeit erwiesen! Die Ch.brauchte dringend ein Regierungsmitglied mit solch starkem Auftreten! Graue Mäuse und schwache Männer haben wir genug in der Regierung! Antworten



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