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Orban muss sich Doppelzüngigkeit vorwerfen lassen

Aktualisiert am 24.01.2012 12 Kommentare

Trotz Kritik ist Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban überzeugt von seiner Gesetzgebung. Er werde heute Änderungsvorschläge machen, doch nur, weil er «vor der Macht der EU» zurückweiche.

Halbherziges Einlenken: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban bei seiner letzten Anhörung in Strasburg. (18. Januar 2012)

Halbherziges Einlenken: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban bei seiner letzten Anhörung in Strasburg. (18. Januar 2012)
Bild: AFP

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Im Streit um mehrere ungarische Gesetze hat die EU-Kommission den Druck auf Ungarn erhöht. Bei einem Krisenbesuch in Brüssel bekam der ungarische Regierungschef Viktor Orban am Dienstag harsche Vorwürfe zu hören.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sprach von «breiteren politischen Bedenken», die die ungarische Regierung beseitigen müsse, um das Vertrauen der Bürger und der Märkte in diesen Krisenzeiten wiederzugewinnen.

Die EU-Kommission werde sicherstellen, «dass Ungarn wie jeder andere Mitgliedstaat das Wort und den Geist des EU-Rechts vollkommen respektiert», sagte Barroso nach dem Treffen.

Orban beteuert Bereitschaft zur Einigung

Die EU-Kommission pocht auf eine offizielle und schriftliche Stellungnahme der Orban-Regierung. Diese Unterhaltung könne «den förmlichen Prozess eines Vertragsverletzungsverfahrens nicht ersetzen», betonte Barroso. Der ungarische Regierungschef beteuerte bei dem Besuch seine Bereitschaft zur Einigung.

Die EU-Kommission hatte vor einer Woche ein Verfahren gegen die rechts-konservative Regierung Orbans eingeleitet, die im Parlament über mehr als zwei Drittel der Stimmen verfügt.

Vor allem ein neues Zentralbankgesetz steht in der Kritik. Nach Auffassung der Kommission verstösst es gegen die in den EU-Verträgen vorgeschriebene Unabhängigkeit der Zentralbanken von Regierungseinfluss. Die Kommission sieht auch die Unabhängigkeit der Richter und des Datenschutzbeauftragten durch neue Gesetze bedroht.

Orban zu Gesprächen bereit

«Ich bin absolut bereit, alle Fragen - egal, wie schwierig sie sein mögen - offen zu diskutieren und wenn möglich zu gemeinsamen Schlussfolgerungen zu kommen», sagte Orban am Dienstag nach einem Gespräch mit dem Präsidenten des Europaparlamentes, Martin Schulz.

Schulz sagte, das Treffen habe «in wechselseitigem Respekt, aber auch in wechselseitiger Konfrontation stattgefunden». Schulz, bisher Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im EU-Parlament, ist einer der schärfsten Kritiker Orbans. Er warf Orban unter anderem Doppelzüngigkeit vor. Er sage in Brüssel das eine und in Budapest etwas anderes.

Den Vorwurf von Schulz, Orban betreibe eine «konfrontative» Politik zur Spaltung des Landes, wies dieser zurück. Seine Regierung versuche das Volk hinter einem Wirtschafts- und Sozialprogramm zu einen und nicht zu spalten. «Ich bin sicher, dass Herr Schulz nach nicht weniger als einigen Dutzend Gesprächen mit mir einer Meinung sein wird.»

EU wartet auf formale Antwort

«Das kann nicht den normalen juristischen Prozess ersetzen, in dem wir uns befinden», sagte Barroso zu seinem Gespräch mit Orban. Die Kommission habe der Regierung die Gründe mitgeteilt, warum die umstrittenen drei Gesetze ihrer Ansicht nach gegen den EU-Vertrag verstossen.

«Jetzt ist es Sache der ungarischen Stellen, förmlich zu antworten, um uns mitzuteilen, ob sie unsere Argumente akzeptieren oder ob sie Einwendungen haben - und wenn ja, welche», sagte Barroso.

«Wir sind mitten in einem Prozess, in dem wir die Rechtsstaatlichkeit in der EU respektieren müssen», sagte Barroso. Entscheidungen seien nur «im entsprechenden Verfahren möglich». Dies könne durch ein politisches Treffen eines Regierungschefs mit dem EU- Kommissionspräsidenten nicht ersetzt werden.

Die für Medien zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes zeigte sich erneut besorgt über die Pressefreiheit. Der regierungskritische ungarische Radiosender Klubradio habe im vergangenen Jahr acht lokale Frequenzen verloren, sagte Kroes nach einem Gespräch mit den Chefs des Senders. (kle/sda)

Erstellt: 24.01.2012, 06:56 Uhr

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12 Kommentare

Helmut Melzer

24.01.2012, 07:59 Uhr
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Orban hat eine 2/3 Mehrheit im Ungarischen Parlament und diese nutzt er um seine Macht auszubauen und zu festigen. Demokratie wird stückweise abgebaut. Die Opposition kann ihn nicht stoppen, sie organisiert zwar immer mehr Demonstrationen und auch immer mehr Ungarn beteiligen sich, aber die Notbremse kann hier nur die EU ziehen. Und das hat sie auch getan. Orban weiß wo jetzt die Grenzen sind. Antworten


Dénes Erös

24.01.2012, 08:04 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Zum Glück hat Orban es eingesehen,wei er gegen so eine unheimliche Allianz von Cohn-Bendit,Schulz mit der Finanzwelt keine Erfolgschance hat. Antworten



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