Pädophilen-Partei löst sich auf

Aktualisiert am 15.03.2010

Die seit Jahren scharf kritisierte Pädophilen-Partei in den Niederlanden hat sich aufgelöst. Aus einem ganz konkreten Grund.

Haben ihre Gruppierung aufgelöst: Vorstand der PNVD.

Haben ihre Gruppierung aufgelöst: Vorstand der PNVD.

Als Grund gab die als «Partei für Nächstenliebe, Freiheit und Unterschiedlichkeit» (PNVD) eingetragene Gruppierung am Montag eine zu geringe Wählerunterstützung an. Die 2006 gegründete Partei trat dafür ein, Sex von Erwachsenen mit Kindern ab zwölf Jahren gesetzlich zuzulassen. Zudem forderte sie die Legalisierung des Besitzes von Kinderpornografie.

Es sei nicht gelungen, die für die Zulassung zu den Parlamentswahlen am 9. Juni erforderlichen 570 Unterschriften von Unterstützern zu sammeln, erklärte der aus drei Männern bestehende PNVD-Vorstand. Sympathisanten hätten Angst gehabt, die Formulare zu unterzeichnen. Man wolle trotzdem weiter «heisse Eisen» anpacken. «Ein Kulturwechsel ist eine Frage der Zeit.»

Beobachter sehen auch in der Empörung über den sich ausweitenden Skandal um Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche Hollands einen Grund für die Selbstauflösung der Pädophilen-Partei. Bis Montag gingen bei der kirchlichen Organisation «Hilfe und Recht» mehr als 600 Hinweise auf sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen ein. Die katholische Bischofskonferenz der Niederlande hat eine unabhängige Expertenkommission zur Aufklärung der Vorwürfe berufen. (sam/sda)

Erstellt: 15.03.2010, 13:33 Uhr

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