Papst begnadigt Holocaust-Leugner: Zuger Bruderschaft erfreut – Juden besorgt
Aktualisiert am 25.01.2009 75 Kommentare
Superior der streng-konservativen Priesterbruderschaft Pius X.: Benard Fellay
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Interview mit Richard WIlliamson
Leugnet den Holocaust: Richard Williamson
.Die Schweizer Juden sind besorgt darüber, dass der britische Bischof Richard Williamson wieder der katholischen Kirche angehören soll. Der Vatikan würde mit der Aufhebung seiner Exkommunikation revisionistische Meinungen «symbolisch decken». Bei einem solch symbolischen Akt wie der Aufhebung der Exkommunikation dürfe die katholische Kirche revisionistische Äusserungen nicht einfach ignorieren, sagte Sabine Simkhovitch- Dreyfus, Vize-Präsidentin des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes, auf Anfrage.
Es sei beunruhigend, wenn der Wille zur Einheit der Kirche zu einer Banalisierung solcher Äusserungen führe. Bischof Williamson hatte jüngst öffentlich die Existenz von Gaskammern in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten geleugnet. Nun läuft ein Verfahren gegen ihn. «Die Beziehungen zwischen Juden und Christen sind sensibel», sagte Simkhovitch-Dreyfus weiter. Ein solches Vorgehen des Vatikans könne die Wiederannäherung der beiden Religionen möglicherweise beeinträchtigen.
Priesterbruderschaft dankt dem Papst
Die in Menzingen (ZG) ansässige Priesterbruderschaft Pius X. hat dem Papst am Samstag ihre Dankbarkeit für die Annullation der Exkommunikation gegen vier von Marcel Lefebvre 1988 geweihten fundamentalistischen Bischöfen ausgedrückt. Sie erwarte viel von den Gesprächen mit dem Heiligen Stuhl. Die Annullation der Exkommunikation sei über die Priesterbruderschaft hinaus für die gesamte Kirche eine Wohltat, teilte Benard Fellay, einer der Bischöfe und der Superior der Bruderschaft, in einem Communiqué mit.
Die Bruderschaft wolle Papst Benedikt XVI. bei der Lösung der immer grösseren Krise in der katholischen Welt helfen, welche Papst Johannes Paul II. einst als «stillen Abfall vom Glauben» bezeichnet hatte, heisst es in dem Schreiben weiter. Die vom Vatikan als nötig befundenen Gespräche seien zu begrüssen. Dabei könne die Bruderschaft ihre grundsätzlichen Bedenken vorbringen, welche dem Zerwürfnis mit der offiziellen katholischen Kirche zugrunde liegen, hiess es. Die Priesterbruderschaft unterhält in Ecône VS ein Priesterseminar.
Holocaust-Leugner Williamson
Das am Samstag veröffentlichte Dekret des Papstes hebt die Exkommunikation der Bischöfe Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galaretta auf. Der Brite Richard Williamson fiel in der Vergangenheit als Holocaust-Leugner auf. In einem Interview mit einem schwedischen Fernsehsender sagte er, er denke dass 200'000 bis 300'000 Juden in den Konzentrationslagern der deutschen Nationalsozialisten starben, «aber nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern».
Im Jahr 1988 war eine Einigung zwischen der Priesterbruderschaft Pius X. und dem damaligen Kurienkardinal Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., geplatzt, der «Dissident» Lefebvre weihte die vier Personen trotz der Warnungen des Vatikans zu Bischöfen. Lefebvre und die Geweihten wurden daraufhin exkommuniziert.
Schweizer Bischöfe sehen Weg zur Versöhnung
Die Schweizer Bischofskonferenz sieht in der Aufhebung der Exkommunikation von vier traditionalistischen Bischöfen der Ecône-Bewegung den Weg zur Überwindung der Spaltung offen. Das teilte ihr Präsident, Bischof Kurt Koch, mit. Die Spaltung habe Erzbischof Marcel Lefebvre mit der eigenmächtigen Weihe dieser Würdenträger 1988 verursacht. Papst Benedikt XVI. sei jetzt den Anliegen der von Lefebvre gegründeten Priesterbruderschaft Pius X. aus eigenem Antrieb weit entgegengekommen, heisst es in der von Koch unterzeichneten Stellungnahme. Diesen Schritt habe der Pontifex durch die Zulassung der tridentinischen Messe in lateinischer Sprache als ausserordentliche Form des Messritus getan.
Der Bischof und Bruderschaftsleiter, der Schweizer Bernard Fellay, habe den Heiligen Vater in seinem und im Namen der drei anderen von Lefebvre geweihten Bischöfe um Aufhebung der Exkommunikation gebeten. In dem Brief versichere Fellay auch, das Lehramt der Kirche und den Primat des Papstes anzuerkennen, heisst es im Communiqué. Nun biete der Papst die Hand zur Versöhnung. Das Dekret der Bischofskongregation hebe hervor, dass weiter Schritte zur vollen Einheit der Bruderschaft und der katholischen Kirche nötig seien.
Papst Benedikt XVI. habe seine Entscheidung getroffen, weil er nach der Anerkennung des Lehramts und der päpstlichen Autorität Chancen sehe, die verbindliche Annahme des Zweiten Vatikanischen Konzils zu einem guten Ende zu bringen. Auf diese Weise soll die Versöhnung auf Grundlage des gemeinsamen Glaubens ihren Ausdruck finden. Er hoffe und bete dafür, teilte Bischof Koch mit. (bru/vin/sda)
Erstellt: 25.01.2009, 07:03 Uhr
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75 Kommentare
Hier zeigt der Paps wie fehlbar doch auch die katholisch Kirche ist. Entweder war die Exkommunikation eine Fehlentscheidung oder dann die jetzige Rückgängigmachung! Die kaholische Kirche zeigt auf wie fehlbar auch sie ist! Uns.. wie steht es mit dem Holokostleugner...??? Antworten
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