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Paris nennt Eurostar-Desaster «absolut unglaublich»

Von Jenny Barchfield, AP. Aktualisiert am 21.12.2009

Die unter dem Ärmelkanal stecken gebliebenen Züge sorgen in London und Paris für rote Köpfe. Dass sich Hightech von Schnee aufhalten lässt, will man nicht glauben.

Tausende können nicht weiterreisen: An der Bahnstation St. Pancras in London ist Warten angesagt.

Tausende können nicht weiterreisen: An der Bahnstation St. Pancras in London ist Warten angesagt.
Bild: Reuters

Nach dem Eurostar-Desaster vom Wochenende sind auch am Montag keine Züge durch den Ärmelkanal-Tunnel gefahren. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, war einer Sprecherin zufolge unklar. Der französische Verkehrsminister Dominique de Bussereau nannte die Situation «inakzeptabel» und versprach eine Untersuchung. Auch Eurostar selbst kündigte unabhängige Ermittlungen an.

Von der beispiellosen Panne wenige Tage vor Weihnachten sind bislang mindestens 55'000 Fahrgäste betroffen. Nach Angaben von Eurostar-Chef Richard Brown könnte es noch Tage dauern, bis die Züge zwischen Frankreich und Grossbritannien wieder fahrplanmässig verkehren. Der Fahrkartenverkauf wurde bis auf Weiteres eingestellt.

Wie ist so etwas möglich?

Am Sonntag schickte Eurostar drei Testzüge durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal. Der Probebetrieb sei problemlos verlaufen, sagte der kaufmännische Direktor Nick Mercer. Die Techniker hätten aber einige Änderungen zum Schutz vor eindringendem Schnee empfohlen. Ersten Erkenntnissen zufolge war die klirrende Kälte in Frankreich für das Eurostar-Desaster verantwortlich. Mehrere Züge waren in der Nacht zum Samstag im Tunnel stehen geblieben, weil ihre Technik offenbar den Temperaturwechsel nicht verkraftete. Mehr als 2000 Fahrgäste steckten stundenlang fest.

Der französische Verkehrsminister De Bussereau sagte, es sei unvorstellbar, dass ein solch wichtiges Transportmittel versage, weil es schneie. Die Regierung verlange eine Erklärung und werde eigene Untersuchungen anstellen, sagte er im Radiosender Europe-1.

Falscher Umgang mit Passagieren

Sein Kabinettskollege, Umweltminister Jean-Louis Borloo, nannte die Situation «absolut unglaublich». Besonders aufgebracht sei er angesichts des Umgangs mit den betroffenen Fahrgästen, die nach eigenen Angaben keinerlei Informationen zu der Panne und praktisch keine Hilfe erhielten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.12.2009, 14:44 Uhr

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