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Polen fordern neue Untersuchung des Kaczynski-Absturzes

Aktualisiert am 21.10.2010

Der Flugzeugabsturz von Smolensk, bei dem Polens Präsident Lech Kaczynski ums Leben kam, soll nicht zu den Akten gelegt werden. Die Polen misstrauen den russischen Ermittlungen.

1/6 Der letzte Akt einer grossen Tragödie
Die Menschen sammelten sich am Samstag auf dem Pilsudski-Platz in Warschau. «Lech Kaczynski starb für ein starkes Polen», ist auf dem Banner zu lesen.

   

Familien von Opfern des Flugzeugunglücks, bei dem Polens Präsident Lech Kaczynski ums Leben kam, haben eine neue Untersuchung des Flugzeugabsturzes gefordert. Die Katastrophe von Smolensk solle durch ein unabhängiges internationales Gremium untersucht werden.

Einen entsprechenden Appell an Polens Staatsführung hätten mehr als 300'000 Menschen unterzeichnet, teilte die Sprecherin des Opferverbandes, Zuzanna Kurtyka, am Donnerstag in Warschau mit.

Bei dem Absturz waren am 10. April in Smolensk ausser Kaczynski auch seine Ehefrau sowie 94 weitere prominente Politiker, Militärs und Geistliche ums Leben gekommen.

Internationale Kommission soll Licht ins Dunkel bringen

Die russischen Ermittlungen hätten «ernsthafte Zweifel» hervorgerufen und «Spekulationen begünstigt», sagte Kurtyka. Nur eine internationale Kommission könne die Ursachen der Katastrophe eindeutig aufklären, hiess es im Appell.

Ein Teil der Medien und mehrere nationalistische Politiker haben in der Vergangenheit immer wieder Gerüchte über einen angeblichen russischen Anschlag auf die polnische Präsidentenmaschine verbreitet. Den russischen Fluglotsen in Smolensk wurde Versagen vorgeworfen.

Liegt die Schuld bei den Piloten?

Der Bericht des russischen Luftfahrtamtes, der am Mittwoch in Moskau vorgestellt wurde, ist unterdessen in Polen angekommen. Polnischen Medien zufolge enthält das Dokument 72 Schlussfolgerungen über die Ursachen des Unfalls. Die Autoren des Berichts hätten der polnischen Seite - vor allem den Piloten - die Schuld für den Absturz gegeben, berichtete die polnische Zeitung «Gazeta Wyborcza» vom Donnerstag. (miw/sda)

Erstellt: 21.10.2010, 23:01 Uhr

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