Putin setzt sich hinter den Steuerknüppel
Aktualisiert am 10.08.2010 9 Kommentare
Der Ministerpräsident übernimmt die Kontrolle: Putin setzt sich in Szene. (Video: Reuters )
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Fernsehteams begleiteten den russische Ministerpräsident Wladimir Putin, als er 180 Kilometer südöstlich von Moskau per Knopfdruck die Wassermassen auf einen brennenden Wald niederliess. Anschliessend wandte er sich an den Piloten mit der Frage: «War das in Ordnung?» Die Antwort: «Ein Volltreffer.»
Putin hat sich in den vergangenen Jahren wiederholt medial in Szene gesetzt, sei es als Co-Pilot eines Kampfjets, beim Tauchen in einem Mini-U-Boot oder beim Reiten mit freiem Oberkörper in Sibirien. Seine Auftritte wurden landesweit vom Fernsehen übertragen, das unter staatlicher Kontrolle steht. In zwei Jahren wird ein neuer Präsident in Russland gewählt, und Putin wäre als Kandidat teilnahmeberechtigt.
Schadstoffbelastung in Moskau weiter hoch
Die Waldbrand-Katastrophe in weiten Teilen Russlands richtete einem Bericht zufolge Schäden von umgerechnet elf Milliarden Euro an. Der Schaden werde rund ein Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts betragen, berichtete die Wirtschaftszeitung «Kommersant» am Dienstag. Von der Regierung gibt es noch keine offizielle Schätzung.
Der heisseste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor 130 Jahren hat Russland mehr als ein Drittel seiner Weizenernte gekostet. Die Regierung hat deshalb für den Rest des Jahres alle Weizenexporte verboten. Es wurde befürchtete, dass die steigenden Getreidepreise die Inflation in die Höhe treiben und das Wirtschaftswachstum bremsen werden, wie «Kommersant» berichtete. Der stellvertretende Ministerpräsident Viktor Subkow sagte am Dienstag, möglicherweise solle das Exportverbot wieder aufgehoben werden.
Der dichte Smog, der den Bewohnern Moskaus seit Tagen den Atem nimmt, liess am Dienstag etwas nach. Die Konzentration an Luftschadstoffen blieb aber hoch. Ministerpräsident Wladimir Putin bestellte den Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow ein, der die Lage in der Hauptstadt als schwierig bezeichnete. Er versicherte aber zugleich, dass die Gesundheitsbehörden alles Notwendige unternähmen, um die Situation für die Bewohner erträglicher zu machen. Die Zahl der Notrufe sei seit Beginn der Hitzewelle um etwa ein Viertel gestiegen.
Putin und Medwedew im Umfragetief
Putin wollte im Laufe des Tages zwei niedergebrannte Ortschaften südöstlich von Moskau besuchen, um über deren Wiederaufbau zu beraten. Der Ministerpräsident hatte den betroffenen zuvor versprochen, ihre Häuser würden bis zum Herbst wieder aufgebaut.
Trotz Putins Besuchen im Katastrophengebiet gingen seinen Umfragewerte ebenso wie die von Präsident Dmitri Medwedew zurück. Putins Beliebtheit sank laut der Erhebung der Public Opinion Foundation von 63 auf 61 Prozent und Medwedews von 57 auf 52 Prozent. Die unabhängige Wahlforschungsagentur Levada sieht Medwedew sogar nur bei 38 und Putin bei 44 Prozent.
Medwedew war in die Kritik geraten, weil er nach Beginn der Waldbrände zunächst seinen Urlaub am Schwarzen Meer fortgesetzt hatte. Die Wirtschaftszeitung «Wedomosti» zitierte den Kreml-nahen politischen Analysten Gleb Pawlowski mit den Worten, die russische Führung sei auf die Brände nicht vorbereitet gewesen. (bru/dapd (Lynn Berry und Vladimir Isachenkov))
Erstellt: 10.08.2010, 20:31 Uhr
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9 Kommentare
@Hans Ineichen: Wieso bitte glauben Sie hat das russische Volk mehr Respekt verdient? Das Sprichwort "Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient" hat noch immer Gültigkeit und immerhin haben die Russen Putin zwei Mal zum Präsidenten gewählt und es davor auch zugelassen, dass die KP 70 Jahre lang in ihrem Land wütete. Die Franzosen köpften Louis XIV., den Russen käme sowas nie in den Sinn ... Antworten
@Bernhard Brumann: Putin packt gar nichts an, ausser den Steuerknüppel. Dieser Showman hätte besser aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre ein paar Löschflugzeuge mehr bestellt, als auf Selbstdarsteller zu machen, in der Hoffnung genug dummes Volk zu finden, die in ihm den "zupackenden Macher" abnehmen. Antworten
Er ist ständig auf Achse, packt auch selbst mit an, organisiert, macht Druck. Das kommt natürlich gut an bei den Leuten- endlich einer, der was tut. Die anderen schwatzen nur. Das erinnert mich an die Katastrophe an der LoveParade in Deutschland. Da kam keiner der Politiker in die Stadt. Alle blieben der Sache möglichst fern. Antworten
Vielleicht Schuldgefühle für was er und seine ex-KGB Kommilitonen während seiner Amtsperiode gemacht haben und heute noch machen. Verteilung –in unserer Sprache „“Privatisierung“- der riesigen Wälder, nicht nur westlich des Urals. Ohne Pflege weder der minimalen Sicherheit noch der existierenden Infrastruktur (Ministerien, Korridore, Feuerwehr, etc.).Eben, sehr gesetzlich und wirtschafstfreundlich Antworten
was Putin da treibt ist nichts anderes als Wahlwerbung. Es soll den Russen gezeigt werden was für ein starker Typ er ist, mit dem Hintergedanken im Jahre 2012 wieder als Präsident gewählt zu werden! Das wird ihm leider auch gelingen da die Russen solche Machos verehren! Solange aber KGBler wie er an der Macht sind, wird sich Russland nie in eine wirkliche Demokratie verwandeln. Antworten
Dass sich Putin hinter den Steuerknüppel eines Löschflugzeugs setzt hat nicht mit seiner selbstlosen Hilfsbereitschaft zu tun. Er hat einfach gerne grosse Spielsachen wie Düsenjets, U-Boote und so weiter. In diesem Fall ist sein Spieltrieb aber doppelt bedenklich und verwerflich, weil er damit nur die Arbeit behindert. Während das Volk Hab und Gut verlieren, vergnügt sich Putin. Ekelhaft. Antworten
Mir macht mehr Sorgen, ob er als ehem. KGBler Heute mit sauberen Mitteln 'kämpft'. Weil das Russ. Volk hat nach den Jahren seit 1917 bis vor Gorbatschow eine respektvolle Behandlung verdient. Putins KGB-Vergangenheit ermöglich ihm nun aber körperlich Dinge zu tun die ich absolut gut finde. Und selbst wenn es einen Show-Touch hat, EGAL. Sagen sie mal einem der Bundesräte er soll so was tun, hahaha! Antworten


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roberta valser
Er ist der Draufgänger, ein Showmen in eigener Sache. Doch sein einfaches Fussvolk lässt er wie immer im Stich. Es gibt nur sein Geheimdienststaat und die Anderen. Was gibt es sonst noch um die Macht zu erhalten? Antworten