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Radovan Karadzic: Die Chronologie seiner Flucht

Aktualisiert am 21.10.2009

Radovan Karadzic war bis zu seiner Verhaftung im Juli 2008 einer der meistgesuchten Männer der Welt. Die Jagd auf den mutmasslichen serbischen Kriegsverbrecher dauerte zwölf Jahre.

- Juli 1995: Das UNO-Jugoslawien-Tribunal in Den Haag erhebt Anklage wegen Völkermords und verschickt internationale Haftbefehle.

- Juli 1996: Unter internationalem Druck gibt Karadzic das Präsidentenamt der bosnischen Serbenrepublik ab und taucht unter.

- 2000 bis 2005: Immer wieder gibt es Hinweise auf seinen Aufenthaltsort - von Sarajevo bis Montenegro.

- November 2001: Der Druck auf die jugoslawischen Behörden wird verstärkt. Belgrad wisse, wo Karadzic sich aufhalte, sagt die damalige Chefanklägerin Carla Del Ponte.

- Februar 2002: Erster öffentlich bekannter Festnahmeversuch. Die Aktion der NATO-Schutztruppe SFOR im ostbosnischen Ort Celebici schlägt fehl. Auch weitere Razzien der SFOR sind erfolglos - so in Pale (Juni) und einer Kaserne bei Foca (August).

- Januar 2004: Vergebliche Durchsuchung von Wohnungen seiner Familie. Im März/April werden im Rahmen einer Grossfahndung ganze Ortschaften in Ost-Bosnien abgeriegelt, auch Kirchen durchsucht.

- Februar 2006: Del Ponte klagt in Belgrad über mangelnde Kooperationsbereitschaft. Verhandlungen über ein EU- Assoziierungsabkommen mit Serbien müssten eingefroren werden.

- Juli 2008: Karadzic wird bei Belgrad festgenommen und nach Den Haag ausgeliefert. Der Mediziner hatte unter falschem Namen in einer privaten Arztpraxis gearbeitet. (sam/sda)

Erstellt: 21.10.2009, 12:12 Uhr

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