Ausland

Rauchverbot im Auto

Von Nina Merli. Aktualisiert am 10.06.2011 80 Kommentare

Der Kampf gegen das Rauchen wird zusehends verstärkt. Jetzt strebt die EU ein Rauchverbot im Auto an – sofern Kinder mitfahren. Eine Regelung, die anderswo bereits an der Tagesordnung ist.

Artikel zum Thema

Umfrage

Soll das Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder mitfahren?

Ja

 
63.4%

Nein

 
36.6%

1011 Stimmen


Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

«Das Ideal ist ein rauchfreies Europa», sagte EU-Gesundheitskommissar John Dalli im letzten Herbst. Und versprach im kommenden Jahr neue Gesetzespläne zum Thema vorzulegen. Ziel sei «ein komplettes Rauchverbot in allen öffentlichen Räumen, Verkehrsmitteln und am Arbeitsplatz», denn es gehe nicht nur um die Gesundheit der Besucher, sondern auch der Angestellten.

Nun tritt eine EU-Kommission unter Führung der irischen Gesundheitsexpertin und Politikerin Nessa Childers für ein Rauchverbot in Autos ein, wenn Kinder mit an Bord sind. Es gelte, die Kinder vor den Folgen des Passivrauchens zu schützen.

Dazu gehören etwa Bronchitisanfälle und generell Entzündungen der oberen Atemwege. Aber auch Mittelohrentzündungen sind bei Kindern signifikant häufiger, wenn zu Hause geraucht wird. «Passiv rauchende Kinder weisen eingeschränkte Lungenfunktionen auf, sind anfälliger auf Lungenentzündungen, Asthma und Allergien», sagt Jürg Hurter, Präsident der Stiftung Pro Aere, die unter anderem eng mit Pneumologen arbeitet und sich seit 1977 für den Passivraucherschutz und für Tabakprävention bei Kindern und Jugendlichen einsetzt. Einer gesetzlichen Regelung, wie sie Nessa Childers verlangt, stimmt er zu: «Wenn die Vernunft nicht überhandnimmt, muss man die Sache halt gesetzlich regeln.»

Auto-Rauchverbot in Australien bereits Realität

Was in Europa erst zur Debatte steht, ist in gewissen Bundesstaaten Australiens bereits seit mehreren Jahren an der Tagesordnung. New South Wales (mit der Hauptstadt Sydney) geht in Australien am härtesten gegen Raucher vor und hat bereits seit dem 1. Juli 2009 die Raucherverbote verschärft. Das Rauchen im Auto in Anwesenheit eines Kindes unter 16 Jahren wird mit einer Busse von 250 Dollar bestraft.

Und ab Januar nächsten Jahres soll das Rauchergesetz noch weiter verschärft werden, das hat kürzlich die australische Gesundheitsministerin Nicola Roxon angekündigt. Die Regierung wolle ab 2012 Tabakkonzernen verbieten, ihre Marken-Logos auf Zigarettenschachteln abzudrucken. Stattdessen sollen einheitliche Schachteln mit abstossenden Bildern mit verfaulten Zähnen und erkrankten Lungen produziert werden. Die britische Regierung denkt über ähnliche Pläne nach.

Volksinitiative zum Schutz vor Passivrauchen

Die Lungenliga Schweiz «begrüsst es aus gesundheitlicher Sicht selbstverständlich, wenn in Gegenwart von Kindern nicht geraucht wird», so Cornelis Kooijman, doch «fordern wir keine derartigen Gesetze», denn das Auto sei, genauso wie das eigene Zuhause, ein privater Raum und somit Sache jedes Einzelnen. Im Kampf gegen Passivrauchen sieht die Lungenliga allerdings nach wie vor Handlungsbedarf. Aus diesem Grund reichte sie im Mai letzten Jahres die Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» ein. Diese verlangt, dass alle Innenräume, die als Arbeitsplätze dienen oder öffentlich zugänglich sind, in der ganzen Schweiz rauchfrei werden. Unbediente Fumoirs wären weiterhin möglich, solange sie nicht als Arbeitsplatz dienen.

Der Bundesrat hat allerdings die Initiative in einer ersten Instanz ohne Gegenvorschlag abgelehnt. Nun stehen dem Parlament rund 18 Monate für die Behandlung zur Verfügung. Die Volksabstimmung ist somit aufgrund der vorgegebenen zeitlichen Abläufe erst in einem Zeithorizont von 2012–2013 realistisch.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.06.2011, 13:26 Uhr

80

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

80 Kommentare

Peter Maz

10.06.2011, 11:44 Uhr
Melden 73 Empfehlung

Ist es wirklich nötig, die Freiheit des Individuums noch weiter einzuschränken? Antworten


Christian Steinegger

10.06.2011, 14:04 Uhr
Melden 49 Empfehlung

Warum entzieht man rauchenden Eltern nicht gleich das Sorgerecht für die Kinder? Denn wenn im Auto geraucht wird, kann man fast davon ausgehen, dass auch in der Wohnung geraucht wird. Oder wollen wir nun auch noch eine Totalüberwachung der Wohnung? Oder noch besser, wir klonen Kinder in der Fabrik und lassen diese dann durch ein Bundesamt erziehen. Oder verhaften Eltern, wenn sie zu MacDoof gehen. Antworten



Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre

Telefonbuch

Marktplatz

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.