Regierung riegelt Mallorca ab – ETA-Terroristen sollen Insel nicht verlassen
Der Flughafen von Palma sowie sämtliche Häfen seien geschlossen, berichtet die spanische Zeitung «El Mundo». Flugzeuge und Schiffe dürfen die bei Feriengästen beliebte Balearen-Insel nicht mehr verlassen. Damit sollen die mutmasslichen Attentäter an der Ausreise gehindert werden. Die grossangelegte Operation der spanischen Behörden läuft unter dem Namen «Jaula» (Vogelkäfig). Das Attentat mit zwei Toten und 60 Verletzten ereignete sich am Nachmittag in Palmanova.
Flugzeuge, die schon unterwegs waren, kehrten entweder um oder nutzten Flughäfen auf anderen Inseln oder dem spanischen Festland. Der Flughafen Palma bleibt voraussichtlich bis 22 Uhr geschlossen. Nach offiziellen Angaben des spanischen Flughafenbetreibers Aena benutzten im Jahr 2008 etwa 22,8 Millionen Passagiere den Flughafen Palma. Er ist damit nach Madrid Barajas und Barcelona der drittgrösste in Spanien.
Attentat mit Haftbombe
Bei dem Attentat in der Nähe einer Kaserne im Touristenort Palmanova waren zwei Angehörige der Guardia Civil getötet worden. Nach Angaben der Regionalregierung gab es rund 60 Verletzte. Medienberichten zufolge trug der Anschlag die Handschrift der baskischen Untergrundorganisation ETA. Palmanova gehört zur Gemeinde Calvià, unweit der Inselhauptstadt Palma de Mallorca.
Bei dem Anschlag benutzten die Terroristen nach ersten Angaben der Ermittler offenbar eine Haftbombe, die sie am Boden eines Polizeifahrzeuges angebracht hatten. Nach Angaben von Augenzeugen entstanden bei der Explosion keine grösseren Gebäudeschäden. An diesem Wochenende wurden der spanische König Juan Carlos und Königin Sofía auf der Balearen-Insel erwartet. Spaniens königliche Familie verbringt ihre Sommerferien traditionell im Marivent-Palast auf Mallorca.
EU-Kommission verurteilt Anschlag
Die EU-Kommission hat den Anschlag auf eine Polizeikaserne auf der Urlaubsinsel Mallorca scharf verurteilt. «Die spanischen Institutionen und Behörden sollen wissen, dass sie im Kampf gegen den Terrorismus die uneingeschränkte Unterstützung der Europäischen Kommission haben», erklärte die Brüsseler Behörde.
Am Mittwoch hatte die baskische Terror-Organisation in der nordspanischen Stadt Burgos vor einer Polizeikaserne eine 200-Kilo-Bombe gezündet und 65 Menschen verletzt. (oku/vin/ap)
Erstellt: 30.07.2009, 17:20 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




