Ausland

Sarkozy schlägt «Google-Steuer» vor

Aktualisiert am 07.01.2010

Frankreich will von den Werbeeinnahmen von Suchmaschinen und Internetportalen profitieren. Die so genannte «Google-Steuer» sei eine Massnahme gegen Steuerflucht.

«Internet-Unternehmen schöpfen einen Teil unseres Werbemarktes ab»: Nicolas Sarkozy.

«Internet-Unternehmen schöpfen einen Teil unseres Werbemarktes ab»: Nicolas Sarkozy.
Bild: Keystone

Präsident Nicolas Sarkozy sprach sich am Donnerstag in Paris für die Einführung einer «Google-Steuer» aus und griff damit den Vorschlag einer Regierungskommission auf. Das Finanzministerium solle untersuchen, inwiefern Werbung auf Suchmaschinen und Internetportalen besteuert werden könne. «Diese Unternehmen werden dort besteuert, wo sie ihren Sitz haben, dabei schöpfen sie einen Teil unseres Werbemarktes ab», sagte er und meinte: «Diese Art von Steuerflucht ist bedauerlich.»

Sarkozy plädierte zudem dafür, die Wettbewerbshüter einzuschalten, um die dominante Stellung des US-Konzerns Google auf dem Online-Werbemarkt zu überprüfen. Er kündigte weiter an, Jugendlichen mit subventionierten Angeboten das kostenpflichtige Herunterladen von Musik schmackhaft zu machen. Dazu solle es bis zum kommenden Sommer eine «Musik-Karte» für junge Leute geben, mit der sie im Internet Musik zum halben Preis kaufen können. Die andere Hälfte der Kosten werde der Staat übernehmen.

«Man muss die jungen Menschen wieder daran gewöhnen, dass Musik etwas kostet. Sich Musik anzuschaffen ist eine gute Investition», sagte Sarkozy. Den Vorsitz der Regierungskommission hatte der Produzent seiner Gattin Carla Bruni. (vin/sda)

Erstellt: 07.01.2010, 23:10 Uhr

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