Schlammschlacht gegen Aubry
Von Oliver Meiler. Aktualisiert am 11.07.2011 2 Kommentare
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Vor Wahlen legt auch Frankreichs Politik alle Eleganz ab. Die Präsidentschaftswahl 2012 dürfte, wie es nach der Affäre Dominique Strauss-Kahn den Anschein macht, neue Massstäbe in Sachen Hässlichkeit setzen. Martine Aubry, eine von fünf sozialistischen Anwärtern auf das Präsidialamt, fühlte sich am Wochenende gedrängt, sich gegen eine Reihe von Gerüchten zur Wehr zu setzen, die auf rechten und rechtsextremen Internetseiten über sie und ihren Mann verbreitet werden. «Ich lasse mir das nicht mehr länger gefallen», sagte Aubry, die sich sonst sehr reserviert gibt über ihr Privatleben. Der Sonntagszeitung «Journal du Dimanche» war der Gegenangriff Aubrys gestern zwei Seiten wert.
Im Netz wird zum Beispiel ohne Nachweis behauptet, die frühere Arbeitsministerin sei Alkoholikerin und habe bereits zwei Entzugskuren hinter sich. Ein anderes Gerücht besagt, sie habe einen Tumor, was ihr Augenleiden erkläre, über das sie unlängst stets klagte, wenn die Scheinwerfer der Kameras sie blendeten. Ihr Mann, der berühmte und mittlerweile pensionierte Anwalt Jean-Louis Brochen, wird als «Anwalt der Islamisten» oder als «avocat halal» bezeichnet, weil er vor bald 20 Jahren 17 Mädchen mit Kopftuch verteidigte, die aus ihren Schulen verwiesen werden sollten. «Das Gerücht über meinen Mann kursiert seit zwei Jahren, und ich weiss, wer es gestreut hat», sagte Aubry, «es wird der Tag kommen, an dem ich erzählen werde.» Das «Journal du Dimanche» weiss, dass Aubry den Kabinettschef von Nicolas Sarkozy, den früheren Präfekten Christian Frémont, als Quelle vermutet. Von Sarkozy ist der maliziöse, ein Jahr alte Satz überliefert: «Carla und Nicolas kennt ihr alle gut, aber ihr kennt Martin und Martine nicht.» Aubry sagt, Sarkozy habe auf eine alte Legende aus dem Norden Frankreichs angespielt, ihrer politischen Hochburg als Bürgermeisterin von Lille. In der Legende muss Martin – ein Muslim, der eigentlich Hakim heisst – eine Martine heiraten, um nicht ausgestossen zu werden.
Sarkozy sieht sich als Opfer
Ist es Schlamm? Oder nur Paranoia? Jedenfalls fällt auf, dass die Gerüchte über Aubrys Privatleben rasant zugenommen haben, seit sie vor einigen Wochen ihre Teilnahme an den sozialistischen Primärwahlen bekannt gegeben hat. Die Entourage des Präsidenten wirft Aubry nun handkehrum vor, sie spiele sich gezielt als Opfer auf, anstatt sich an die Justiz zu wenden. Das wahre Opfer aber, so eine Ministerin, sei Sarkozy, über den seit Beginn seines Mandats ein «Strom von Schweinereien» abgesondert würde. Der Ton ist gegeben, die nächsten Monate dürften noch hässlicher werden. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.07.2011, 00:16 Uhr
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2 Kommentare
Na ja, Herr Meiler. So läuft eben der französische Wahlkampf. Sie sind doch sonst auch bei jeder Gelegenheit dabei, Häme über die Sarkozys auszugiessen. Jetzt ist eben mal die linke Seite dran. Auch wenn Ihnen das nicht so recht zu passt. Antworten
Ist nicht nötig, Tatsachen genügen. Aubry kämpft seit Jahren erfolglos mit Alkohol. Ihre 35 Std. Woche war ein Desaster sondergleichen.Die Milchmädchenrechnung, mehr Leute einstellen funktionierte nie. Wie auch ? In Lille blockierte Aubry Schwimmbäder für alle,- ausser für verschleierte Frauen. Ihr Mann verteidigt als Anwalt mögl.Islamterroristen. Alles im Netz !! Diese Person als Präsident ??? Antworten
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