Ausland

Schweigegelübde von Missbrauchsopfern

Aktualisiert am 14.03.2010

In Irland fordern Verbände von Missbrauchsopfern den Rücktritt von Kirchenoberhaupt Sean Brady. Er habe Verbrechen, von denen er wusste, nicht der Polizei gemeldet.

Unter Beschuss: Kardinal Sean Brady.

Unter Beschuss: Kardinal Sean Brady.
Bild: Keystone

Die jüngsten Enthüllungen hätten Kardinal Brady jede Glaubwürdigkeit genommen, sagte die Vorsitzende der Organisation One in Four, Maeve Lewis, am Sonntag dem Radiosender RTE. Die katholische Kirche hatte zuvor in einer Mitteilung bestätigt, dass Brady 1975, als er noch Priester war, an zwei Zusammenkünften teilnahm, bei denen Missbrauchsopfer Schweigegelübde unterzeichneten.

Damals liefen innerkirchliche Ermittlungen gegen den Priester Brendan Smyth, der über vier Jahrzehnte lang mutmasslich mehrere hundert Kinder missbrauchte. Smyth wurde in den 90er Jahren inhaftiert und starb im Gefängnis. Bei den beiden Treffen, an denen Brady 1975 teilnahm, verpflichteten sich zwei mutmassliche Opfer zum Stillschweigen.

Viel Leiden wäre zu verhindern gewesen

«Wenn Brendan Smyth in den 70er Jahren verurteilt worden wäre, wäre vermutlich hunderten Kindern der sexuelle Missbrauch erspart geblieben», sagte Lewis. «Kardinal Brady ... muss zurücktreten.»

Der Leiter der irischen Sektion von Amnesty International, Colm O'Gorman, bezeichnete es als «obszön, dass Opfer von Brendan Smyth Schweigegelübde unterschreiben mussten». Brady hätte diese Verbrechen der Polizei melden müssen, sagte O'Gorman. (vin/sda)

Erstellt: 14.03.2010, 21:13 Uhr


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