«Signal an Verfasser wissenschaftlicher Arbeiten»
Von Vincenzo Capodici. Aktualisiert am 01.03.2011 35 Kommentare
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An ihm kommt kein Plagiat vorbei: Klaus H. Edel (Uni St. Gallen).
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In der Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg meldete sich die Wissenschaftselite in den letzten Tagen immer deutlicher zu Wort. Klartext sprach vor allem Oliver Lepsius, Rechtsprofessor an der Universität Bayreuth und Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater. «Wir sind einem Betrüger aufgesessen. Es ist ein Ausmass an Dreistigkeit, das wir bisher nicht gesehen haben», sagte Lepsius. Und er forderte Guttenberg auf, sein Amt zur Verfügung zu stellen.
Nach dem heutigen Rücktritt des CSU-Politikers vom Amt des Verteidigungsministers dürfte die Wissenschaftsgemeinde zufrieden sein. Stellungnahmen sind allerdings rar. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verwies auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet auf eine kürzlich gegebene Erklärung ihres Präsidenten Matthias Kleiner, bei der es um die Bedeutung von Wahrhaftigkeit, Redlichkeit und Vertrauen in der Wissenschaft geht. Wie die DFG verlauten liess, betrachtet sie «den Rücktritt von Herrn zu Guttenberg als rein politische Angelegenheit, die sie nicht kommentieren will». Der Bayreuther Professor Lepsius war am Dienstag nicht erreichbar.
Eine Stellungnahme zum Fall Guttenberg gab der Rektor der Universität Tübingen ab: «Aus Sicht der Wissenschaft bin ich erleichtert über den Rücktritt, denn der Wissenschaftsstandort Deutschland wäre doch nachhaltig beschädigt worden, wenn ein Plagiat in einer Promotion nicht zu ernsthaften Konsequenzen geführt hätte», sagte Bernd Engler. «Redlichkeit ist oberstes Prinzip für wissenschaftliches Arbeiten, und dies muss auch die Öffentlichkeit erkennen können.»
Experte: Künftig weniger Plagiate
Die Bedeutung des Guttenberg-Rücktritts für die Wissenschaft kommentiert auch Klaus H. Edel von der Universität St. Gallen. Edel ist seit 2004 in St. Gallen zuständig für die Überprüfung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten – von Bachelor- über Masterarbeiten bis zu Dissertationen. «Das ist ein Zeichen, dass so etwas nicht geht», sagte Edel gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Bereits die Universität Bayreuth habe mit der Aberkennung der Doktorarbeit des CSU-Politikers gehandelt und damit ein Zeichen gegen Plagiate gesetzt. Der politische Rückzug Guttenbergs hat laut Edel aber eine zusätzliche Signalwirkung für Verfasser wissenschaftlicher Arbeiten.
Edel, der als Dozent für empirische Forschungsmethoden tätig ist, geht davon aus, dass es in Zukunft weniger Plagiate geben wird. Nicht nur wegen des spektakulären Falls Guttenberg, sondern auch weil die Universitäten strenger gegen Schummler vorgehen, so zum Beispiel in St. Gallen. «Solche Fälle werden bei uns an die Disziplinarkommission verwiesen», sagt Edel. An der Universität St. Gallen seien letztes Jahr drei Doktorarbeiten an die Disziplinarkommission weitergeleitet worden.
Bekenntnis zu guter Wissenschafts-Praxis
Nach dem Rücktritt von Guttenberg fordert die Deutsche Physikalische Gesellschaft ein eindeutiges Bekenntnis der Politik zu den «Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis», wie die Nachrichtenagentur DAPD berichtet. Präsident Wolfgang Sandner erklärte, die Wissenschaft habe sich seit langer Zeit verpflichtet, nur die höchsten Standards von Wahrhaftigkeit, Redlichkeit und Sorgfalt gelten zu lassen. Verstösse würden in allen öffentlich geförderten Wissenschafts- und Forschungsorganisationen «mit Sanktionen belegt und bedeuten im Allgemeinen das Ende einer wissenschaftlichen Karriere».
In den vergangenen Tagen hatten mehr als 20'000 Wissenschaftler und Doktoranden in einem offenen Brief der deutschen Kanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, sie verhöhne die Wissenschaft, wenn sie an Guttenberg festhalte. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.03.2011, 15:48 Uhr
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35 Kommentare
Bei Studenten welche Ihre Abschlüsse in "normalen" Programmen machen ist das Problem von Plagiat bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei Absolventen sogenannter "Executive Programs" wo Manager Ihren Abschluss "so nebenbei machen". An unserer Uni (Cambridge MA) werden beinahe alle Arbeiten per Software geprüft. Er hätte sich mit einem früheren Abgang viel erspart und auf eine 2. Chance hoffen können Antworten
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