«So etwas darf es nie wieder geben»
Von Sebastian Borger, London. Aktualisiert am 07.05.2010 2 Kommentare
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Traurig, ja skandalös waren jedenfalls die Szenen vor vielen englischen Wahllokalen: Weil die Organisatoren auf die erfreulich grosse Zahl von interessierten Wählern nicht vorbereitet waren, konnten Tausende Bürger nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. «Verhältnisse wie in der Dritten Welt», schimpfte der renommierte BBC-Anchorman David Dimbleby. In London liessen sich frustrierte Stimmbürger zum Sitzstreik auf der Strasse nieder, auch in Manchester und Leeds mussten Polizeibeamte die aufgebrachte Menge beruhigen. «So etwas darf es nie wieder geben», wetterte Cameron. Die Chefin der zuständigen Wahlkommission flüchtete sich in legalistische Ausreden: «Wir müssen das Gesetz überprüfen.»
Die Pannen vor und nach Schliessung der Wahllokale machten die Nacht spannender als ohnehin schon. Um Mitternacht gab es erst drei neue Unterhaus-Abgeordnete: Allesamt Labour-Frauen aus der nordenglischen Industriestadt Sunderland. Nach und nach tröpfelten die Ergebnisse aus allen Ecken des Landes ein. Erst gegen 3 Uhr morgens übertraf die Zahl der Tory-Sitze erstmals die Anzahl der frischgewählten Labour-Parlamentarier ein Anzeichen dafür, dass sich der Machtwechsel zögerlicher vollzog als von den Tories lange Zeit erhofft. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.05.2010, 08:33 Uhr
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